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Wie der Reifenhersteller Pirelli junge Leute über technische Berufe informiert

Breuberg. So viel zu gucken! Gebannt lauscht der Schüler Sidar Akbayir im Pirelli-Werk Breuberg (Hessen) den Erläuterungen: beim Reifenschneider, im Geräuschlabor, in der Produktion. Fragt, wenn was unklar ist: Wie funktioniert das, welches Wissen braucht man dafür, warum wird das so gemacht? Dann ist es so weit: Mitarbeiter Ayhan Baklaci erklärt ihm die Reifenaufbaumaschine – und er darf selbst einige Handgriffe tun.

„Das macht Spaß, ist interessant“, sagt Akbayir. Er kennt die Fabrik schon ein bisschen: Sein Onkel repariert hier Maschinen. Was will er mal machen? Mechatroniker, Verfahrensmechaniker – so genau weiß er das noch nicht. Am besten erst mal ein Praktikum.

Interessiert, offen, noch unentschlossen – so sind sie, die rund 70 Jugendlichen, die heute freiwillig beim „Technik-Tag“ sind. Dreimal 90 Minuten schnuppern sie in regionale Betriebe: bei Pirelli, dem Farbenproduzenten Deutsche Amphibolin-Werke in Ober-Ramstadt und dem Verpackungshersteller Sanner in Bensheim. „Ausbildungsberufe hautnah erleben“ – das haben sich die drei wirtschaftlichen Schwergewichte aus dem Odenwald auf die Fahnen geschrieben. Sie wollen Schülern der achten und neunten Klasse ihre Berufsbilder nahebringen. Eine Ausbildung in den Firmen ihrer Heimat.

Drei Busse fahren gestaffelt nacheinander die Betriebe an, die Schülerinnen und Schüler haben so genug Zeit, alle Berufsbilder kennenzulernen. Und sie nutzen die Gelegenheit, sie fragen viel, gucken, probieren aus …

„Wir müssen gezielt auf die jungen Leute zugehen, sie in die Praxis holen, um Interesse an den gewerblichen Berufen zu wecken“, erklärt Tilo Schwarz, Ausbildungsleiter für technische Berufe bei Pirelli. Ausbildungsmessen seien gut, aber ein Eindruck vor Ort sei viel anschaulicher. Durch die Kooperation der Firmen verschiedener Branchen bekommt man Alternativen aufgezeigt. Damit die Entscheidung eine bewusste ist.

Junge Leute für eine Blaumann-Arbeit zu gewinnen, wird schwieriger. Selbst Pirelli hatte seine 30 Lehrstellen für dieses Jahr erst Anfang Juli komplett besetzt. „Unsere drei Unternehmen haben bei einschlägigen Berufs- und Ausbildungsevents die Gemeinsamkeiten beim Thema entdeckt“, erklärt Schwarz die Zusammenarbeit. So sei auch die Organisation einfacher, das Programm vielseitiger, der Zuspruch größer gewesen.

Zum Abschluss wird gemeinsam gegrillt

Diese Einschätzung stellt sich nach der Premiere des Technik-Tags als richtig heraus. Beim gemeinsamen Grillen mit den Schülern auf der Burg Frankenstein bei Darmstadt sind sich alle Organisatoren einig: „Das Interesse der Jugendlichen war prima“, sagt Ausbildungsleiter Schwarz. „Es hat sich gelohnt. Im nächsten Jahr sollten wir wieder einen Technik-Tag anbieten.“


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