Mit kleinen Schritten zum großen Ziel

Wie der Bauelemente-Hersteller Fibro Strom für 200 Haushalte spart


Weinsberg/Haßmersheim. Zufrieden begutachten Firmenchef Jürgen Gurt und Gebäudemanager Heinz Sautter die zentrale Kühlungsanlage: alles bestens! Sie ist Teil einer groß angelegten Energiespar-Offensive beim Unternehmen Fibro in Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis). Überwiegend wird dabei die Außenluft genutzt, um das Kühlwasser der Maschinen auf eine niedrigere Temperatur zu bringen.

Das Resultat der gesamten Energiespar-Offensive ist für den Mittelständler gewaltig. Geschäftsführer Gurt: „Durch die Umsetzung vieler verschiedener Einzelmaßnahmen sparen wir pro Jahr 220.000 Euro.“

Fibro produziert in Haßmersheim mit 370 Mitarbeitern rund 45.000 verschiedene sogenannte Normalien. Das sind standardisierte Bauelemente für den Werkzeug-, Formen- und Maschinenbau, wie Gasdruckfedern, Schieber oder Last- und Tragelemente. Weitere 260 Mitarbeiter sind am Unternehmenssitz in Weinsberg beschäftigt, wo Rundtische gefertigt werden. Das sind bei Maschinen die Einheiten, auf denen die Werkstücke zur Bearbeitung aufgespannt werden.

800.000 Kilowatt weniger Strom pro Jahr durch neue Beleuchtung

Der Stromverbrauch des Unternehmens ist enorm: An jedem der beiden Standorte beträgt die Rechnung rund 50.000 Euro – pro Monat! Dazu kommt noch Gas. Dieses Kostenproblem haben auch viele andere Betriebe.

Deshalb wurden in mehreren Regionen Energieeffizienz-Netzwerke für Unternehmen ins Leben gerufen. Das sind Interessensgemeinschaften, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Energiekosten dauerhaft zu senken. Im Netzwerk Enz-Neckar-Rems treffen sich regelmäßig die Energie-Beauftragten von acht Unternehmen zum Wissens- und Meinungsaustausch; darunter auch Heinz Sautter von Fibro. „In jedem Unternehmen wurde das Einsparpotenzial von Experten genau analysiert und berechnet“, schildert er. Zum Beispiel: Der Austausch der Beleuchtung in der Produktion.

„Allein dadurch verbrauchen wir bei Fibro jetzt 800.000 Kilowattstunden Strom weniger pro Jahr“, erklärt Sautter, „das entspricht dem Verbrauch von rund 200 Haushalten.“ Auch die Erzeugung von Druckluft kostet viel Energie – sie wird an fast allen Maschinen für den Antrieb und in der Montage benötigt.

„Wir haben in den Leitungen akribisch nach Leckagen gesucht“, erläutert Sautter, „jetzt sparen wir hier weitere 190.000 Kilowattstunden Strom.“

Für Fibro ist Kosteneffizienz wichtig, um die Marktführerschaft in Europa zu halten. In Deutschland sind die Energiekosten der Industrie höher als in vielen anderen Ländern – dafür habe das Unternehmen hier andere Vorteile, betont Geschäftsführer Gurt: „Woanders findet man für die Herstellung von Präzisionsteilen und -baugruppen kaum so gut qualifizierte und motivierte Mitarbeiter wie bei uns.“

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