Nachwuchs für die Chemiebranche

Wie Bayer Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften begeistert

Im Ausbildungslabor des Forschungszentrums von Bayer in Wuppertal dürfen Schüler experimentieren – mit einem Equipment, mit dem auch die Azubis ihr Handwerk bei dem Life-Science-Unternehmen erlernen.

Her mit dem Erbgut: Camilla (links) und Charlotte isolieren DNA. Foto: Wirtz

Her mit dem Erbgut: Camilla (links) und Charlotte isolieren DNA. Foto: Wirtz

Exakt arbeiten: Laborleiterin Andrea Norpoth-Hambüchen erklärt, wie’s geht. Foto: Wirtz

Exakt arbeiten: Laborleiterin Andrea Norpoth-Hambüchen erklärt, wie’s geht. Foto: Wirtz

Wuppertal. „Hammer, so deutlich haben wir das noch nie hingekriegt!“ Begeistert schauen Camilla und Charlotte auf eine Flüssigkeit im schmalen Glasröhrchen: Dort trennt sich eine klare von einer trüben Schicht. Und ein quallenartiges Stück steigt nach oben …

Es ist die Erbsubstanz (DNA) von Zwiebeln. Isoliert haben die Gymnasiastinnen sie im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Bayer Pharma in Wuppertal. Sie besuchen mit ihrem Bio-Leistungskurs das Molekularbiologie-Schülerlabor. Sie dürfen Zellkulturen aufbereiten, DNA extrahieren und mithilfe von Enzymen schnipseln.

Dabei hantieren die Jugendlichen mit anspruchsvollem Equipment: Es ist das Ausbildungslabor des Forschungszentrums, in dem auch die Azubis ihr Handwerk lernen. Das Baylab-Programm des Life-Science-Unternehmens hat für die Schüler von der 3. bis zur 13. Klasse spannende Experimente im Angebot, einschließlich Ferienwochen im Labor.

An den vier deutschen Standorten gibt es eigene Schwerpunkte. Wuppertal ist auf pharmazeutische Themen und Molekularbiologie spezialisiert. Hier war 1998 auch die Keimzelle von Baylab. Lehrerin Annette Wissing, die heute den Kurs begleitet, gehörte damals selbst zu den Teilnehmern. „Das hat meine Berufswahl beeinflusst“, sagt sie. „Ich habe erlebt, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert.“ Das will sie nun ihren Schülern vermitteln: „Hier können sie ihr theoretisches Wissen über Genetik praktisch anwenden. An unserer Schule fehlt die Ausstattung dafür.“

Baylab-Initiatorin und Leiterin Birgit Faßbender ergänzt: „Was man selbst tut, begreift man am besten.“ Das Projekt versteht sich als Ergänzung zur Schule. „Wir machen nicht einfach, was uns gefällt. Sondern fragen die Lehrer, wo Bedarf besteht“, sagt Faßbender.

Besonders gefragt sind die Angebote für die Kleinen. Im Labor lernen schon Grundschüler, dass Luft nicht nichts ist und sauer chemisch nicht das Gegenteil von süß. Viele Miniforscher haben schon am Programm teilgenommen, allein in Wuppertal über 50.000.

„Wir können uns flexibel auf die Anforderungen jeder Zielgruppe einstellen“, sagt die Leiterin und denkt dabei an Flüchtlingsklassen oder Förderschüler. Demnächst soll es auch Lehrer-Fortbildungen geben.

„Als wir 1998 gestartet sind, gab es in Deutschland nur wenige Schülerlabore“, so Faßbender. Heute sind es viele Angebote, auch von BASF, Henkel, Roche oder Ineos. Die Einrichtungen sind eng vernetzt. Baylab gibt es übrigens in zehn Ländern auf fünf Kontinenten.


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