Reichlich Energie für Super-Events

Wie AVS Aggregatebau den Strom für Sebastian Vettel liefert


Ehingen-Stetten. Das Fahrerlager des Formel-1-Weltmeisters: drei Etagen, Dachterrasse, Luxus pur für Sebastian Vettel. Verladen auf mehrere Lkws fährt es um die Welt. Stromanschluss? Nicht nötig! Dieses „Motorhome“ hat eigene Aggregate für die Energieversorgung. Es sind Spezialanfertigungen – konstruiert von AVS Aggregatebau in Ehingen-Stetten auf der Schwäbischen Alb.

Die Anlagen erzeugen Strom aus Diesel. Sie sind überall im Einsatz, wo etwas los ist, aber Steckdosen rar sind: 2005, als in Köln der Papst zum Gottesdienst unter freiem Himmel rief. 2007, als in Heiligendamm der G-8-Gipfel stieg; am Filmset, bei Tunnel-Bohrungen, beim Open Air. Allein an den Bundesautobahnen sind 104 Aggregate von AVS stationiert, um im Bedarfsfall Flutlicht in die Dunkelheit zu schicken.

90 Prozent aller Produkte werden nach Wunsch gefertigt

„Der Markt für Stromaggregate ist umkämpft“, sagt Steffen Herrmann, einer der drei Geschäftsführer. „Aber wir konzentrieren uns auf Spezialanfertigungen, das machen nur wenige.“ Mehr als 90 Prozent aller Produkte entwickelt AVS für besondere Anforderungen.

So brauchen zum Beispiel Energieversorger, die mit mobilen Geräten Stromausfälle in ganzen Stadtteilen überbrücken, extrem leise und sichere Anlagen. „Denn diese Aggregate stehen oft mitten in Wohngebieten“, erklärt Herrmann. Eines reicht übrigens aus, um mehrere Hundert Haushalte zu versorgen. Auch Aggregate für Biogasanlagen, Krane und andere Baumaschinen liefert AVS. Bei den Aggregaten fürs Formel-1-Team Red Bull kam es besonders auf das Design an. Das ist angelehnt an den Stier im Logo von Red Bull.

Gegründet im Jahr 1986 von Heinz-Joachim Herrmann als Fünf-Mann-Betrieb, ist das Unternehmen laufend gewachsen.

AVS hat heute 140 Beschäftigte

Pro Jahr entstehen hier inzwischen etwa 600 Aggregate, seit 2007 außerdem Blockheizkraftwerke. 140 Beschäftigte hat das Unternehmen heute. Nicht nur in der Entwicklung und Produktion, sondern auch im Service. „Unsere Stärke ist“, erklärt Steffen Herrmann, „dass wir alles bis zur Wartung aus einer Hand liefern.“

Benedikt Meßmer, ebenfalls in der Geschäftsführung, freut sich über einen wachsenden Markt bei Industrieunternehmen: „Viele versuchen derzeit, ihre Stromversorgung unabhängiger zu machen“, schildert er. Und AVS erschließt auch ganz neue Anwendungen, zum Beispiel Wärmegewinnung aus Abgasen.

Deshalb schließen die Geschäftsführer weiteres Wachstum nicht aus. Und hoffen, dass sie die dafür nötigen Fachkräfte auch in Zukunft finden. Meßmer: „Wir merken schon, dass das schwieriger wird.“

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