Keine Chance für Muscheln und Algen

Wie AkzoNobel mit einer Software den Bewuchs auf dem Schiffsrumpf verhindert

Düren. Jedes Schiff hat blinde Passagiere: Muscheln, Algen und kleine Krebstiere setzen sich am Rumpf fest. Auf einem Quadratmeter können sich bis zu 150 Kilo Schalentiere niederlassen.

Eine spezielle Software („Intertrac“) des Farben- und Lackpezialisten AkzoNobel in Düren soll das jetzt verhindern. Denn der Bewuchs hat gravierende Folgen: „Er macht Schiffe schwerer, sie werden langsamer und brauchen mehr Treibstoff“, erklärt Rob Molenaar, Leiter des Geschäftsbereichs Beschichtungssysteme für Schiffe. Die biologischen Ablagerungen („Hull Fouling“) greifen zudem das Metall an und lassen es schneller rosten.

Die neue Software betrachtet nun vorab die geplante Schiffsroute und ermittelt, mit welchem Bewuchs zu rechnen ist. Dazu analysiert sie verschiedene Datenströme und entwickelt daraus ein Risikoprofil für die Verschmutzung. „Das nutzen wir, um ein maßgeschneidertes Beschichtungssystem für Schiffe zu erstellen“, so Molenaar. Das soll Ablagerungen verhindern.

Bewuchs hängt von Salzgehalt und Temperatur ab

Die Software teilt die Weltmeere und Küstengebiete in 64 maritime Ökosysteme ein. Jedes hat eigene Verschmutzungsrisiken: „Was sich am Schiffsrumpf anlagert, ist unter anderem abhängig vom Salzgehalt des Wassers, der Temperatur, den typischen Temperaturschwankungen sowie den saisonalen pH-Werten“, erläutert der Experte.

Durch die Kombination der Schiffsroute mit der Analyse der Verschmutzungsfaktoren erhalten die Kunden nun handfeste Informationen darüber, was sich am Schiff anlagern wird – und was davor schützt. Molenaar: „Das wird unsere Produktentwicklungen weiter verfeinern.“

Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland rund 3.100 Mitarbeiter an 20 Standorten.


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