Wertvolles Nass

Werner & Mertz bereitet Wasser umweltschonend auf

Mainz. Die Abfüllanlage arbeitet beim Reinigungspezialisten Werner & Mertz („Frosch“) auf Hochtouren: Bis zu 10.000 Flaschen pro Stunde laufen in der Halle vom Band. Die Produkte enthalten neben Tensiden vor allem eines: Wasser.

„Wasser ist unser Hauptrohstoff“, sagt Detlef Matz, Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements. Das Unternehmen produziert in Mainz im Jahr etwa 120.000 Tonnen Wasch-, Putz- und Pflegemittel. Für die Herstellung benötigt es mehr als 110 Millionen Liter Wasser – als Inhaltsstoff und für die Spülung und Reinigung der Produktionsanlagen. Hinzu kommen etwa 200 Millionen Liter für Prozesse wie die Kühlung sowie die Klimatisierung der Hauptverwaltung.

„Wasser ist kostbar“, sagt Matz. „Deshalb behandeln wir die Ressource mit großer Umsicht.“ Das für die Herstellung benötigte Nass wird besonders umweltschonend im hauseigenen hochmodernen Wasserzentrum aufbereitet – 2014 waren es 113,4 Millionen Liter.

„Wir gewinnen das Wasser aus zwei etwa 70 Meter tiefen Brunnen“, erzählt Teamleiter Jörg Stübiger. Mit der Entnahme ist es aber nicht getan: „Grundwasser hat einen hohen Eisen- und Salzgehalt“, erklärt der Fachmann. Die Reinigung von Anlagen wäre damit nicht möglich. Im Haushalt würden Salzkristalle sogar die Oberflächen zerkratzen und hässliche Schlieren bilden. „Deshalb verwenden wir nur reines, entsalztes Wasser“, so Stübiger. Dafür leiten die Experten Luft ins Wasser ein. Das Eisen fällt dann als Rost aus und wird herausgefiltert.

Zur Entsalzung folgt ein aufwendiges physikalisch-technisches Verfahren: die Umkehr-Osmose. Das Wasser wird durch spezielle Membranen gepresst. Sie sind halb durchlässig. Die im Wasser gelösten Salze bleiben daran hängen.

Mitarbeiter Pierre Geschka überwacht den Prozess. Regelmäßig entnimmt er Proben und lässt sie in der Mikrobiologie prüfen. Nur keimfreies Wasser landet in den Maschinen und Produkten.

Das Brunnenwasser wird doppelt genutzt

Die Umweltauflagen sind streng: Trotz steigender Produktion soll der Wasserverbrauch in den kommenden Jahren sinken. Um dieses Ziel zu erreichen, nutzt der Betrieb das Brunnenwasser doppelt: Ein Großteil versorgt und klimatisiert bereits heute das Verwaltungsgebäude. Erst danach fließt es in die Entsalzung. Die Förderung ist an den Bedarf gekoppelt. Das spart zusätzlich Energie.

Und: Auch die Produktionsabwässer werden aufbereitet – zur Wiederverwertung. Ein spezielles Verfahren filtert Kalk- und Eisenschlamm aus der angefallenen Flüssigkeit. 2014 waren es über 1.000 Tonnen. „Der Schlamm landet nicht im Abfall“, betont Detlef Matz, „sondern wird als Zuschlagstoff in der Ziegel-Industrie eingesetzt.“


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