Life-Work-Balance

Werma verhilft Mitarbeitern zu mehr Gesundheit und Freizeit

Rietheim-Weilheim. Zweimal täglich ruht für zehn Minuten die Arbeit. Dann bauen Marianne Sopek und ihre Kolleginnen keine Signalgeräte zusammen, sondern dehnen Rücken, Arme und Beine.

Die Gymnastikpausen sind nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen das Familienunternehmen Werma Signaltechnik aus Rietheim-Weilheim (Landkreis Tuttlingen) für die Gesundheit der Mitarbeiter sorgt. Und es wirkt: „Vor allem für den Rücken ist das richtig gut“, sagt Sopek, in ihrer Abteilung als geschulter Coach für die Gymnastik zuständig.

Wem das nicht genügt, der kann sich im Betrieb einmal pro Woche massieren lassen. Oder sich beim Physiotherapeuten Ratschläge holen – etwa für eine rückenschonende Körperhaltung. Und alle zwei Jahre können sich die Beschäftigten beim betriebsinternen Gesundheitstag komplett durchchecken lassen. „Wir wollen zufriedene Mitarbeiter“, erklärt die Personalleiterin Dagmar Bühler.

Und deshalb wird hier nicht nur etwas für die Gesundheit der Mitarbeiter getan – sondern auch dafür, dass sie Arbeit, Familie und Freizeit gut unter einen Hut bekommen. Für das Gesamtpaket wurde das Unternehmen jetzt von Landesregierung und Arbeitgeberverbänden mit dem baden-württembergischen FamilyNetAward für „Betriebliches Gesundheitsmanagement und Work-Life-Balance“ ausgezeichnet. „Wir haben 68 verschiedene Teilzeitmodelle“, berichtet Bühler – „bei 223 Beschäftigten am Stammsitz.“ Und jeder Mitarbeiter kann pro Jahr eine bis zu vierwöchige Auszeit nehmen, für soziales Engagement oder eine längere Reise.

Dass das Unternehmen auch die Kinder der Mitarbeiter im Blick hat, scheint da schon fast selbstverständlich. Der Betrieb hat Plätze in öffentlichen Kindertagesstätten gebucht. Noch ungewöhnlicher: Die Sprösslinge dürfen sogar, wenn sie mögen, in die Werkkantine zum Mittagessen kommen. Dort setzt man gezielt auf gesunde Ernährung und auf frische regionale Zutaten, wie Küchenchefin Heike Wolf erklärt. Zweimal pro Woche gibt es ein kostenloses Salatbuffet.

Doch mit alldem gibt man sich noch nicht zufrieden, es rückt jetzt auch noch die seelische Gesundheit der Belegschaft in den Blick. Derzeit wird an einem Konzept gearbeitet, wie Mitarbeiter bei psychosomatischen Problemen betreut werden können.

Die guten Arbeitsbedingungen scheinen sich herumgesprochen zu haben. Denn während andere Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, gingen hier im vergangenen Jahr rund 1.000 Bewerbungen ein. Diejenigen, die schon bei dem Signaltechnik-Spezialisten arbeiten, haben ihre Zufriedenheit bei einer Umfrage ausgedrückt. Auf die Frage: „Sind Sie gern bei Werma beschäftigt?“ hätten 100 Prozent mit „gern“ oder „sehr gern“ geantwortet, sagt die Personalchefin. Teilgenommen hatten immerhin 67 Prozent.


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