Minensucher

Wenn's piept, wird's gefährlich


Metall-Detektoren von Foerster helfen bei der Suche nach Altlasten

Reutlingen. Alle 30 Minuten wird auf der Erde ein Mensch durch Minen und Blindgänger verletzt oder getötet. Mehr als 60 Länder kämpfen gegen das explosive Erbe bewaffneter Konflikte. Dabei hilft Technik aus Deutschland: die Metall-Detektoren der Reutlinger Firma Foerster. „Wir liefern einen wesentlichen Teil der etwa 8000 jährlich weltweit verkauften Detektoren“, sagt Thomas Himmler, Divisionsleiter Suchgeräte und Magnetik. „Damit sind wir einer der Marktführer in der Ausstattung für die professionelle Minensuche.“

Ganze Landstriche sind unbewohnbar

Die Detektoren sind vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern im Einsatz. Dort verursachen Minen nicht nur menschliches Leid, sondern beeinträchtigen auch die wirtschaftliche Entwicklung, weil ganze Landstriche unbewohnbar sind.

Deutschland hat zwar kein Minenproblem. Doch noch  immer schlummern Blindgänger  aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Bauherren sind deshalb verpflichtet, in gefährdeten Gebieten für Sicherheit zu sorgen. Auch der Grund und Boden der neuen Stuttgarter Messe wurde vor Baubeginn untersucht: mit Detektoren von Foerster.

„Explosive Altlasten aufzuspüren, ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, erklärt Himmler. Denn bei Landminen ist oft nur die kaum stecknadelgroße Zündernadel aus Metall. Zwar erleichtern mancherorts die alten Verlege- und Abwurfpläne der Militärs die Suche. In vielen Regionen gibt es diese aber nicht. Beispiel Balkan: Hier haben viele ihr Hab und Gut selbst vermint. „In  Wohngebieten liegt dann so manche Coladose neben einer Mine in der Erde“, sagt Himmler.

Altlasten spüren die Foerster-Geräte durch „passive Magnetfeldmessung“ auf. Dazu wird das  Erdmagnetfeld an zwei Punkten gemessen. Jeder eisenhaltige  Körper stört das Ergebnis. So können Größe und Lage eines Objekts in bis zu acht Meter Tiefe sehr genau bestimmt  werden.

Bei der Minensuche wird das „aktive Wirbelstromverfahren“ eingesetzt. Reichweite: 60 Zentimeter. Dabei werden Frequenzen ausgesendet, die auf das Metall in den Minen zugeschnitten sind. Bei beiden Verfahren wertet ein Rechner die Ergebnisse aus. Wenn’s dann piept, wird’s gefährlich.

Große Flächen werden auch mit  Maschinen geräumt, die den Boden fräsen und die Minen zur Explosion bringen. Doch das funktioniert nicht überall. „Der Handdetektor ist und bleibt deshalb das Arbeitstier im Feld“, so Himmler.

Hohe Investitionen in Entwicklung

Foerster investiert 7 Prozent seines Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung, um Trefferquote, Bedienerfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Geräte weiter zu verbessern. Damit wirklich jede Mine erkannt wird und nicht jede Coladose ausgegraben werden muss.  Joachim Sigel

 

Info: Institut Dr. Foerster GmbH & Co. KG

Neben Detektionsgeräten zur  Altlastbeseitigung stellt das Familienunternehmen elektromagnetische Prüfsysteme für metallische Halbzeug-, Komponenten- und Serviceprüfungen her. Die Geräte  werden beispielsweise bei der Stahlverarbeitung, bei der Prüfung von Autoteilen und bei der Wartung von Flugzeugen eingesetzt. Der Umsatz summierte sich  2007 auf 90 Millionen Euro. Mehr als 80 Prozent davon wurden im Ausland erzielt. Foerster beschäftigt 400 Mitarbeiter. Davon arbeiten 220 am Stammsitz in Reutlingen und 20 in Dortmund.

www.foerstergroup.de

 

„Saat des Todes“

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen (UN) sind  mindestens 68 Länder von der Gefahr durch Landminen  betroffen, von denen weltweit 60 bis 200 Millionen vergraben sind. Hinzu kommen Blindgänger aus verschiedenen Kriegen. Für das Jahr 2007 melden die UN 6.000 Opfer. Andere Quellen gehen von bis zu 20.000 Menschen aus, die jährlich der „Saat des Todes“ zum Opfer fallen. 

ie Bundesregierung fördert die Minenräumung seit Jahren. Allein in diesem Jahr unterstützt sie 21 Länder mit rund 7,5 Millionen Euro.

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