Sicherheit

Wenn’s brennt …

… muss die Werkfeuerwehr ganz schnell einsatzbereit sein – zum Beispiel bei ThyssenKrupp VDM

Altena. Meldet sich der Pieper, lassen 29 Männer und eine Frau ihre Arbeit liegen – und rennen los. Der Weg über das 11.000 Quadratmeter große Gelände von ThyssenKrupp VDM in Altena ist lang, und die Vorgabe lautet: Innerhalb von nur fünf Minuten nach dem Alarm sollen sie alle „vor Ort“ sein.

„Das ist schon eine harte Nummer“, sagt Michael Halbasch. Der Brandober­inspektor leitet die Werkfeuerwehr des Unternehmens, und „vor Ort“, das ist das betriebseigene Feuerwehrgerätehaus. Dort sind Schutzanzüge und Helme in den Spinden verstaut, und dort stehen die vier Fahrzeuge einsatzbereit.

Fit im Umgang mit gefährlicher Chemie

Vor ein paar Wochen, Mitte November, heulten die Sirenen: Es war auf dem Firmengelände zu einer Verpuffung gekommen, Stäube hatten sich entzündet. Aber schon nach einer Stunde hatten die Feuerwehrleute den Brand im Griff.

Bei Großeinsätzen wie diesem leisten die Kollegen von der städtischen Feuerwehr Schützenhilfe. Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos. „Wir üben regelmäßig zusammen“, sagt Halbasch.

Das Werk, in dem 320 Mitarbeiter Stangen und Bleche für den Apparate- und Anlagenbau herstellen, liegt an der Lenne. Die Nähe zu dem Fluss erfordert besondere Vorsichtsmaßnahmen. Denn das Unternehmen arbeitet mit Chemikalien, die nicht ganz ungefährlich sind. Deshalb gibt es neben zwei Löschfahrzeugen und einem Mannschaftstransportfahrzeug auch den „Gerätewagen Säure“. 17 Aktive haben bereits für den Umgang mit gefährlichen Stoffen eine ABC-Ausbildung gemacht, wobei „ABC“ für atomar, biologisch, chemisch steht.

Halbaschs Truppe hat im Jahr etwa 20 Einsätze. „Meist sind es aber kleine Sachen“, sagt der Brandoberinspektor. Mal brennt eine Deckenlampe, mal schmort es in einem Schaltkasten. Da komme die Werkfeuerwehr alleine klar.

Ohnehin ist sie in den weitläufigen und verwinkelten ­Gebäuden im Vorteil: „Wir kennen uns hier aus, wissen, wo etwa Gasflaschen lagern“, so Halbasch, der hauptberuflich in der Qualitätssicherung des Werks arbeitet.

Es geht auch immer um die Jobs

So wie er leisten auch die anderen ihren Feuerwehrdienst ehrenamtlich. Sie arbeiten quer durch alle Abteilungen, im Büro und in der Produktion. Für die 40 vorgeschriebenen Dienststunden gibt es, außer einer jährlichen Zuwendung für die Gruppe, nichts extra.

Übungen und Ausbildung finden meist in der Freizeit statt. Halbasch: „Alle kommen aus Überzeugung. Weil sie wissen, dass immer auch Arbeitsplätze dranhängen, wenn es bei uns brennt.“

Info: Werkfeuerwehr

In NRW gibt es 89 Werkfeuerwehren. 5.559 Feuerwehrleute sorgen in den Betrieben für den Brandschutz – davon 3.129 ehrenamtlich. Im Jahr 2010 rückten die Männer und Frauen insgesamt 24.771 Mal aus. Dabei mussten sie 2.337 Brände löschen, darunter 11 Großbrände. 7.881 Mal leisteten die Wehren mit ihren langen Rettungsleitern technische Hilfe und führten 6.644 Notfalleinsätze sowie 7.909 Krankentransporte durch.


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