Familie

Wenn Mama und Papa arbeiten …


Viele Betriebe sind flexibel und machen Angebote zur Betreuung

Frankfurt. „Home-Office ist einfach klasse. Ich bin viel flexibler und kann so Familie und Beruf einfach besser vereinbaren.“ Sabine Höpfner, Mutter einer kleinen Tochter, arbeitet bei der Fraport AG in Frankfurt. Da sie sehr viel am Computer zu tun hat, erledigt sie einen großen Teil ihrer Aufgaben zu Hause. Gut für sie und für Jessica.

Kinderhotel hilft rund um die Uhr

Fraport, einer der größten Arbeitgeber in der Region Rhein-Main, setzt Maßstäbe im Sinne einer familienbewussten Personalpolitik und erhielt dafür bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem als „Familienfreundlichstes Großunternehmen Deutschlands“.

„Im Zentrum unserer Bestrebungen, Familie und Beruf zu keinem Widerspruch werden zu lassen, stehen die Aspekte der familienfreundlichen Arbeitszeitregelungen und der Kinderbetreuung“, so Fraport-Chef Stefan Schulte.

Seit Jahren bietet das Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle. Es gibt Gleitzeit-, Schicht- und Wunschdienstpläne, Telearbeit und mehr.

In Planung ist eine verstärkte Nutzung des Lebensarbeitszeitkontos, um die Stundenzahl vorübergehend zu reduzieren. Außerdem sollen auch Führungskräfte mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort bekommen.

Zur Sicherung der Kinderbetreuung ist das Unternehmen an zwei Kindergärten beteiligt. Und es bietet unter anderem im „Fluggiland“ in Frankfurt-Sindlingen kurzfristige Kinderbetreuung an, jeden Tag von 6 bis 22 Uhr.

Zudem kooperiert Fraport mit einem Kinderhotel, das in Notfällen rund um die Uhr zur Verfügung steht. „Vor zehn Jahren stand Familienfreundlichkeit als weiches Thema nur bei wenigen vorausschauenden und sozial engagierten Unternehmen auf der Agenda.

Heute haben die meisten erkannt, dass sie familienfreundliche Angebote brauchen, wenn sie sich im Wettbewerb um knapper werdende Fachkräfte behaupten wollen“, so Schulte, der auch Mitglied des Präsidiums der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) ist.

Wie wichtig das Thema für Mitarbeiter und Führungskräfte ist, zeigt eine Umfrage, die das hessische Sozialministerium und die VhU gemeinsam mit der IGS Organisationsberatung und der Hessenstiftung „Familie hat Zukunft“ durchgeführt hat.

Netzwerke und Rücksichtnahme

Die wichtigsten Ergebnisse des Barometers Familienfreundlichkeit: Berufstätige Väter und Mütter wollen flexiblere Arbeitszeitmodelle, mehr Heimarbeit und eine bessere Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Oft würde schon mehr Rücksichtnahme helfen oder ein Betreuungsnetzwerk.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner: „Das Bewusstsein über die Wichtigkeit des Themas Fachkräftebedarf und Familienfreundlichkeit ist in immer mehr Unternehmen vorhanden. Durch die demografische Entwicklung bekommt es jetzt einen ganz neuen Schub.“ 

 

Die kompletten Umfrage­Ergebnisse gibt es im Internet: www.vhu.de

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang