Stark auf dem Gleis

Wenn in Europa Bahnstrecken verlegt oder repariert werden: Robel ist fast immer dabei

Freilassing. Ein schon im Jahr 1901 gegründetes Familienunternehmen mit 470 Mitarbeitern ist Marktführer in einer wichtigen Nische: Fahrzeuge und Maschinen für den Eisenbahngleis-Bau. Die Produktpalette reicht vom Schotterverdichter, der von nur einem Mann bedient und auch mit modularem Akku angeboten wird, über Arbeitszüge, die 400 Meter lange Schienen transportieren, bis hin zur riesigen mobilen Instandhaltungseinheit.

In einer solchen Einheit, einer Zugreihe mit einem Waggon ohne Boden, können Mitarbeiter am Gleis geschützt und trocken arbeiten, ohne dass das Nachbargleis gesperrt werden muss. Das spart für den Bahn-Betreiber Zeit und Geld. Die britische Network Rail Ltd. hat gleich acht solcher Einheiten bestellt. Mit einem Auftragswert von 50 Millionen Euro ist das der größte Einzelauftrag für Robel.

Die Produkte werden teils mit den Kunden entwickelt und sind oft sehr individuell. Alles ist „made in Freilassing“, der Grenzstadt gegenüber von Salzburg. Es gibt eine eigene Schlosserei, Dreherei, Lackiererei, Elektro-Werkstatt, Pneumatik- und Hydraulikabteilung und eine Montage. Während in der einen Halle Kabinen für Sonderzüge gebaut werden, entstehen daneben Achsen und Räder.

Robel setzt „auf Qualität, Technologieführerschaft und Innovationen“, betont Geschäftsführer Daniel Siedl. 5 bis 7 Prozent vom Umsatz investiere man in Forschung und Entwicklung. „Wir wollen die sein, die die Standards mitbestimmen. Wir bieten innovative Produkte und Maschinen in Spitzenqualität mit hohem Nutz- und Mehrwert für die Kunden.“

Die „nahen Berge und Seen“ helfen bei der Mitarbeiter-Suche

Robel ist in der Branche vor allem in Europa ein Begriff. Kürzlich wurden auch erste Schritte nach Japan und China sowie in die USA unternommen. Produktionsanlagen außerhalb des Stammsitzes sind aber bislang nicht geplant.

„Der Standort Freilassing ist unser großes Plus“, sagt Siedl. „Es ist eine Kombination aus dem sehr langfristig gewachsenen handwerklichen Know-how, der guten Ausbildung und dem hohen Freizeitwert mit den nahen Bergen und Seen.“ Die schöne Natur sei zudem „ein Argument bei der Mitarbeiter-Suche“.


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