Beruf und Familie

Wenn Eltern Hilfe brauchen


Zeit, um zu helfen: Eva Ulrike Schmidt kümmert sich liebevoll um ihre Mutter. Foto: Scheffler

Frankfurt. Plötzlich hatte Eva Ulrike Schmidt neue Aufgaben. Ihre Mutter war nach einem Schlaganfall zum Pflegefall geworden. Seitdem kümmert sich die Biologie­laborantin gemeinsam mit ihrer Schwester um die 89-Jährige. „Wir machen eigentlich alles – waschen, kochen, und sie im Rollstuhl spazieren fahren, damit sie Menschen um sich herum hat“, sagt sie.

Der Arbeitgeber unterstützt seine Mitarbeiterin dabei. Das Pharma-Unternehmen Merz in Frankfurt hat ihr in der Vergangenheit bereits unbezahlten Urlaub bewilligt, auch unangemeldet bei Notfällen.

Zudem engagiert sich das mittelständische Unternehmen dafür, das Bewusstsein für die Problematik zu wecken. Etwa durch Informationen im Intranet, Veranstaltungen und Workshops. „Das Thema Pflege muss enttabuisiert werden“, sagt Rüdiger Koch, Betriebsratsvorsitzender bei Merz.

Insbesondere Führungskräfte werden für das Thema sensibilisiert. Mit kleinen Maßnahmen lässt sich schon viel erreichen. „Bei uns dürfen die Mitarbeiter zum Beispiel privat Telefon und Internet am Arbeitsplatz benutzen“, so Koch. Das kann notwendig sein, wenn man mal für einen Angehörigen einen Arzttermin oder ähnliches vereinbaren muss.

Und das betriebliche Gesundheitsmanagement spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Koch: „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter fit bleiben.“

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