Imagekampagne

Wenn ein Metaller mal Model spielt


Hannover. Ein Leben vor der Kamera? Nein, das kann sich Konstantin Roch nicht vorstellen. Der frischgebackene Fluggerätmechaniker liebt Technik und repariert bei der MTU Maintenance in Hannover Flugzeugtriebwerke. Aber einen Ausflug in die Glitzerwelt der Werbung hat der 23-Jährige gewagt. Mit seinem Azubi-Kollegen Lars Fabig ließ er sich für eine Imagekampagne des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall fotografieren. Jetzt lächelt Konstantin Roch von einer riesigen Plakatwand am Haus der Industrie in Hannover die Autofahrer an.

Präzision steht im Mittelpunkt der Ausbildung

„Immer nur vor der Kamera posieren, das ist allerdings nicht die Erfüllung“, sagt er. Seine Welt ist geprägt von riesigen Flugzeugtriebwerken, die in Langenhagen gewartet und instand gesetzt werden. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker normalerweise. Roch und Fabig haben ihre Lehre auf drei Jahre verkürzen können.

Neben Interesse an Flugzeugen, technischem Verständnis, handwerklichem Geschick und schneller Auffassungsgabe sollten Fluggerätmechaniker verantwortungsbewusst und ordnungsliebend sein. Jeder Arbeitsschritt wird dokumentiert, und Arbeiten werden so exakt wie möglich nach Handbüchern und Anleitungen ausgeführt. „Wir arbeiten in Bereichen, die absolut sicherheitsrelevant sind“, sagt Fabig. „Fehler dürfen wir uns nicht erlauben, weil sie im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden können“, fügt er hinzu. Deshalb stehen vom ersten Tag der Ausbildung an Sicherheit und Präzision im Mittelpunkt.

Na klar: Fräsen, feilen, körnen und bohren, das müssen auch viele andere Metall-Azubis. Bei der MTU aber sind die Toleranzen, die eingehalten werden müssen, äußerst eng. „0,2 Millimeter mehr können oft schon zu viel sein“, sagt Fabig.

Bewerbung als Pilot auf den Weg gebracht

Wenn es doch mal Fehler gibt? „Wir fördern einen offenen und ehrlichen Umgang und erwarten, dass jeder zu seinen Fehlern steht und sie meldet“, sagt Ausbilder Rolf Ostermeier.

Fabig und Roch haben nach eigener Aussage während ihrer Ausbildung viel gelernt – nicht nur für den Job, sondern fürs Leben. Keiner von beiden bereut die Wahl der Berufsausbildung, im Gegenteil. „Ich möchte mich weiterqualifizieren“, sagt Fabig. Sein Unternehmen hilft ihm dabei, finanziert ein duales Studium im Bereich Maschinenbau.

Und auch Roch will mehr. „Ich habe mich als Pilot beworben und wenn das nicht klappt, strebe auch ich ein von der MTU gefördertes Studium an.“ Oder doch modeln als Alternative? Beide lachen: „Nein, das war nur zum Spaß!“

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