Flüssigkristalle

Wenn der Ball durchs Zimmer schießt


Mittendrin: 3-D-Technologie macht Fußball-TV noch echter. Foto: fotolia, Montage: Roth

Sehen in 3-D: Merck macht greifbare Fernsehbilder möglich

Darmstadt. „Er nutzt die Tiefe des Raums“ – der Satz  kommt bei Fußball-Übertragungen jetzt ganz anders rüber, wenn der Ball dank dreidimensionaler Übertragungstechnik quer durchs Zimmer schießt. Zum Greifen nahe erlebten bereits britische Fans die Premiere League. Auch die French Open flimmerten plastisch in 3-D bei Eurosport. Der Sender plant einen eigenen 3-D-Kanal.

Was man bislang nur aus dem Kino durch spektakuläre Filme wie „Avatar“ kennt, gibt es mit 3-D-TV nun für zu Hause. Fernsehbilder mit räumlicher Tiefe. Dabei kommt Hightech zum Einsatz: 3-D-Brillen und 3-D-Bildschirme mit speziellen Flüssigkristallen. Führend in der Entwicklung dieses Materials ist das Chemie-Unternehmen Merck aus Darmstadt.

Zwei Bilder für räumliches Sehen

Der Mensch sieht seine Umgebung dreidimensional, weil die Augen zwei Bilder aus unterschiedlichen Blickwinkeln gleichzeitig an das Gehirn übermitteln. Dort werden sie zu einem Bild mit den drei Dimensionen Höhe, Breite und Tiefe kombiniert. Dieses Prinzip macht sich die 3-D-Technik zunutze: 3-D-Spezialkameras filmen mit zwei Linsen, deren Abstand dem der Augen voneinander entspricht.

Diese Einzelbilder zeigt man nun neben- oder nacheinander auf einem Bildschirm. Spezialbrillen sorgen dafür, dass jedes Auge die entsprechenden Einzelbilder wahrnimmt.

In den 3-D-Bildschirmen kommen die Flüssigkristalle von Merck ins Spiel: Wie nebeneinander positionierte, elektronisch gesteuerte Kippschalter lassen sie mal mehr, mal weniger Licht durch. Es erscheinen helle und dunkle Bildpunkte.

Unerwünschtes Problem dabei: Das Umschalten braucht Zeit, das vorherige Bild kann noch über dem neuen flimmern („Geisterbilder-Effekt“). Den Forschern von Merck ist es mit neuartigen Materialien gelungen, das Umschalten zu beschleunigen.

Bei der sogenannten PS-VA-Technologie sind die Flüssigkristalle bereits alle „vorgekippt“. Das lässt sie schneller von der Vertikalen in die Horizontale kippen und den Lichtdurchlass so verändern.

Die Folge: Die höhere Bildwiederholungsrate vermeidet  Geisterbilder und macht den Fußball fast greifbar.

Andrea Veyhle

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