Nachwuchs-Förderung

Wenn Backpulver den Ballon aufbläst . . .


Der Stuttgarter Ideenpark entwickelt sich zum Mekka des Experimentierens

Stuttgart. „Cool, der Luftballon pustet sich ja wirklich auf. Guck, ich hab ganz doll geschüttelt. Wenn er groß ist, kann ich damit bis zum Mond fliegen.“ Gabriel Rau (7) strahlt. Er liebt Experimente! Eine Brausetablette mit Backpulver und Wasser mixen, dann entsteht Gas – so einfach  ist das. „Für meinen kleinen Forscher ist der Ideenpark genau richtig“, freut sich Gabriels Mutter.

Beim Ideenpark in der neuen Messe Stuttgart herrschte ein Riesen-Andrang – waren doch auch für die Älteren viele spannende Technik-Versuche geboten.

Ingenieurmangel bekämpfen

Für jeden sollte eben etwas dabei sein. So lautete das Ziel des Ideenparks. Einen zweistelligen Millionenbetrag haben deshalb die ThyssenKrupp AG und weitere Unternehmen, das Land Baden-Württemberg sowie mehr als 120 Forschungs- und Fördereinrichtungen investiert.

Auszahlen wird sich das auf jeden Fall. Da ist sich Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp und geistiger Vater des Ideenparks, sicher: „In Deutschland fehlen fast 100.000 Ingenieure“, betont er. „7 Milliarden Euro Wertschöpfungsausfall pro Jahr sind die Folge.“ Deshalb müsse man das Technik-Interesse schon im Kindergarten, spätestens in der Grundschule wecken.

Auch Südwestmetall-Firmen luden zum Entdecken ein. An den Ständen bekamen Teenager Eindrücke, was man in technischen Berufen alles konstruieren kann: Zum Beispiel einen Kickerautomaten, der mit Luftdruck funktioniert – ein Werk der Azubis des Unternehmens ebm papst.

Die Besucher scharten sich auch um einen Rennwagen, den angehende Ingenieure konzipiert  hatten. Oder um einen Segelflugsimulator aus dem Hause Bosch und viele andere Exponate.

„Schiff auf Rädern“ sorgte für Furore

Wie wäre es eigentlich mit einer Kreuzfahrt durch die Wüste? Keine Illusion: Ein motorisiertes Wüstenschiff mit einzeln beweglichen Rädern, sodass es nicht schaukelt, wie auf einem Kamel, war ebenfalls zu bestaunen. Die Ingenieure von ThyssenKrupp Steel haben das Schiff auf Rädern konzipiert und im Maßstab 1:43 präsentiert.

Ralf Sünkel, Leiter Produktinnovationen bei dem Unternehmen, hofft, dass die Jacht in Dubai einen Auftraggeber findet – vielleicht einen Scheich: „Sie ist Luxus pur. Allein die Basisausführung wird wohl mindestens 130 Millionen Euro kosten. Mit goldenen Wasserhähnen wird’s entsprechend teurer.“

Das Ungetüm will ThyssenKrupp zusammen mit diversen Zulieferern bauen. Klar, dass die Unternehmen für solche Produkte viele Ingenieure brauchen. Wer weiß, vielleicht ist der siebenjährige Gabriel auch mal einer. 

Info: Ideenpark

2004 veranstaltete ThyssenKrupp den ersten Ideenpark in Gelsenkirchen, 2006 den zweiten in Hannover mit über 200.000 Besuchern. Nach dem Ideenpark 2008 in Stuttgart kommen für 2010 sowohl Standorte in Nordrhein-Westfalen als auch in den neuen Bundesländern infrage.

www.zukunft-technik-entdecken.de

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