Deutsche Kernkraft-Technik

Weltweit unter Strom


Offenbach. Eine Großbaustelle in der Stadt Taishan im Süden Chinas. Mehr als 11.000 Kilometer vom Rhein-Main-Gebiet entfernt entstehen hier zwei Kernreaktoren der neuesten Generation, um den steigenden Energiebedarf der Industrie zu decken. Immer vor Ort: Fachkräfte von Areva in Offenbach.

Mitarbeiterzahl in zehn Jahren verdoppelt

Der französische Energiespezialist mit 6.000 Beschäftigten in Deutschland arbeitet an der Planung und Errichtung von Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren sowie der Modernisierung und Instandhaltung solcher Anlagen. Hinzu kommen die Entwicklung von Elektro- und Leittechnik sowie die Brennelementversorgung.

„In Europa und weltweit steigt der Investitionsbedarf in Kraftwerke. Und durch die Klimaschutzanstrengungen rücken Technologien mit geringem CO2-Ausstoß in den Fokus“, erklärt Geschäftsführer Stefan vom Scheidt.

Nach Angaben des Konzerns sind 90 Prozent aller Kernkraftwerksbetreiber Kunden von Areva. Deshalb hat sich die Anzahl der Mitarbeiter allein am Standort Offenbach seit 2003 mehr als verdoppelt auf heute etwa 800. Ihr Schwerpunkt ist die Wartung und Modernisierung von Kraftwerken sowie die Mitwirkung an Projekten wie in Taishan.

„Zudem kümmern wir uns um die Reaktoren, die vom Netz gehen“, sagt Stefan Krüger, Standortleiter Offenbach und Chef des Kompetenzzentrums Reaktorrückbau. Trotz Energiewende werden in Deutschland noch zehn Jahre lang Kernkraftwerke in Betrieb sein, die später zurückgebaut werden müssen. „Unser Know-how wird noch bis in die 2040er-Jahre gebraucht. Und die Ansiedlung des Kompetenzzentrums in Deutschland zeigt, dass wir im Rückbau eine Vorreiterrolle einnehmen werden“, betont Krüger.

10 Jahre lang sind Meiler in Deutschland noch in Betrieb

Verstärkt setzt der Konzern auch auf erneuerbare Energien. So hat Areva die Windturbinen für den ersten deutschen Offshore-Windpark alpha ventus geliefert.

Zurzeit werden die Turbinen für die Nordsee-Windparks Trianel Borkum und Global Tech 1 produziert. Auch die Führungsrolle in der Offshore-Windenergie will Areva weiter ausbauen. Geschäftsführer vom Scheidt: „Die Investitionen in die Kerntechnik und die erneuerbaren Energien werden ansteigen, und wir werden an diesem Wachstum teilhaben.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Hintergrund

Wie die Energiewende einen Betrieb belastet

• Beispiel eines hessischen Industriebetriebs: 39 Beschäftigte, 3 Millionen Euro Gesamtkosten pro Jahr. Gewinn: 90.000 Euro vor Steuern.

• Stromkosten: 131.000 Euro. Darin enthalten: 34.000 Euro EEG-Umlage. Da der Betrieb weniger als 1.000 Megawattstunden Strom im Jahr verbraucht, ist er nicht von der Umlage befreit.

• In diesem Jahr steigt die EEG-Umlage drastisch auf 5,3 Cent je Kilowattstunde – und die EEG-Umlage für den Betrieb auf 51.000 Euro: mehr als die Hälfte des Gewinns. Oder fast ein ganzes Weihnachtsgeld für die gesamte Belegschaft: 1.300 Euro je Mitarbeiter.

Unternehmen in diesem Artikel

AREVA NP GmbH

Map
AREVA NP GmbH
Kaiserleistraße 29
63067 Offenbach am Main

Weitere Artikel zum Unternehmen
Zum Unternehmensfinder
Adventskalender-Gewinnspiel

Service-Angebote auf AKTIVonline:

Wirtschaftslexikon
Unternehmensfinder
Energiespar-Rechner
Messe-Kalender
Ferien-Kalender
'' Zum Anfang