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Welt-Reisender


Wo alles anfing: In der Ausbildungsabteilung von Rohde & Schwarz begann Christian Müllers Karriere. Foto: Schulz

Vom Lehrling zum Vertriebsmanager: Christian Müller bei Rohde & Schwarz

München. Eine Tour um die Welt mit sieben Stationen: Das schafft er ab und zu in einer einzigen Woche. „Ich bin öfter am Flughafen als im Büro“, sagt Christian Müller, leitender Vertriebsmitarbeiter von Rohde & Schwarz (R&S), dem Spezialisten für Funk- und Messtechnik. Und grinst dabei zufrieden, trotz aller Reise-Strapazen.

Die weiten Flüge und Verhandlungen mit Geschäftspartnern: All das hat sich der 46-Jährige gar nicht ausmalen können, als er vor bald 28 Jahren erstmals durch das Werktor in seiner Heimatstadt München schritt. Als Lehrling startete er nach der Mittleren Reife – als einer von 4 300 jungen Menschen, die bis heute bei R&S gelernt haben. Seit 75 Jahren gibt es eine Ausbildungsabteilung in dem Unternehmen.

Heute ist Müller für die weltweite Betreuung von Mobilfunk-Netzbetreibern zuständig. Ihnen bietet R&S Messgeräte, um ihre Netze und Datenleitungen zu überwachen. Damit es möglichst keine Ausfälle gibt und nicht ganze Stadtteile ohne Mobilfunk-Verbindungen dastehen. 7.400 Mitarbeiter des Unternehmens sind unter anderem dafür rund um den Globus tätig.

„Es ist wichtig, für sich Ziele festzulegen“

Erste internationale Erfahrungen hat Müller schon als Ausbilder mit Anfang 20 gemacht: Ein Dutzend arabischer Studenten war damals zu Gast in München für ein dreimonatiges technisches Grundpraktikum bei R&S. „Ich hatte dafür ein Budget erhalten, sollte eine Art Lehrplan schreiben und die Werkstatt einrichten“, erzählt der gelernte Nachrichten - geräte-Mechaniker und Funkelektroniker. „Da habe ich Gefallen an Projektarbeit gefunden.“

Schon als Lehrling hat er sich für größere Aufgaben empfohlen: Noch vor seiner Abschlussprüfung fragte ihn der damalige R&S-Ausbildungsleiter, ob er selbst als Ausbilder anfangen wolle. „Ich war völlig überrascht und fühlte mich geschmeichelt“, berichtet Müller. Und weil es „ein Wahnsinnsangebot“ war, nahm er an.

Parallel lernte er nach Feierabend und am Wochenende für den Meisterbrief. Als er diesen dann stolz in den Händen hielt, war das wie eine selbst erarbeitete Belohnung – die mehr ver-sprach: „Damals habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, für sich Ziele festzulegen und sie zu verfolgen“, sagt Müller. Er fügt hinzu: „Und etwa alle vier Jahre etwas Neues zu machen.“

„Ich bin ein Kämpfer“

Diesem Credo blieb der vierfache Vater treu: Immer wieder suchte er sich Stationen, die sein Wissen ergänzten. Ob Budget- Verantwortung, das Planen und Steuern von Produktionsabläufen, Notfall-Einsätze bei Kunden oder die Schulung von Service-Technikern.

So kennt er „sein“ Unternehmen in- und auswendig: ein großer Vorteil für ihn. „Mit einem Studium hätte ich diese Einblicke wohl nicht bekommen.“ Zwar seien die oft in der Freizeit gemachten Kurse zu kaufmännischem Spezialwissen, Führungsaufgaben und Verhalten in anderen Kulturen auch kräftezehrend. „Aber ich bin ein Kämpfer“, sagt er. „Mit Eigeninitiative muss man zeigen, was man kann.“ Dann klappt’s auch mit der Karriere.


Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich liebe Technik. Schon in der Firma meines Vaters, der Akustiker ist, bin ich mit Geräten von Rohde & Schwarz in Kontakt gekommen. Die Ausbildung dort war die Grundlage für meine heutige Aufgabe.

Was gefällt Ihnen besonders?

Die Vielseitigkeit im Vertrieb: die Verbindung von Technik, kaufmännischem Handeln und Kontakt zu Menschen.

Worauf kommt es an?

Dass man keine Angst vor Neuem hat, lebenslang lernt. Und grundsätzlich nicht aufgibt.

 

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