Umwelttechnik

Wassersparen ist angesagt …


… und Unternehmen wissen, wie’s geht: zum Beispiel der Ventil-Hersteller Norit Südmo

Riesbürg. Hätten Sie es gewusst? Um einen Liter Mineralwasser herzustellen, braucht man zwei Liter Wasser. Für eine Tasse Kaffee werden sogar fast 140 Liter des knappen Guts verbraucht, unter anderem für den Anbau der Bohnen. Wassersparen ist angesagt: Der Ventil- und Anlagenbauer Norit Südmo rechnet sich deshalb große Marktchancen aus.

Das Unternehmen aus Riesbürg auf der Ostalb liefert der Getränke-, Nahrungsmittel- und Pharma-Industrie komplette Fertigungsanlagen, aber auch Komponenten wie etwa Ventile. Die Produkte sind Sparkünstler in Sachen Wasserverbrauch, schützen die Umwelt und schonen Ressourcen.

Beispielsweise kann durch die optimale Auswahl von einzelnen Komponenten, Leitungs-Querschnitten und deren Kombination in einer Produktionsanlage in Verbindung mit einer intelligenten Steuerung eine deutliche Senkung des Abwasseranfalls und Energieverbrauches erreicht werden.

Die Produktionsanlagen von Norit Südmo stellen zum Beispiel Bier, Softdrinks, Joghurt, Infusionslösungen und Blutplasma her. Sie müssen nicht nur sparsam sein, sondern auch höchste Anforderungen an Qualität und Hygiene erfüllen. Geschäftsführer Oliver Rupps: „Da darf nichts schiefgehen. Wir tragen große Verantwortung.“

Sein Unternehmen gehört zur Norit-Gruppe – ein international tätiger Konzern mit Sitz in den Niederlanden. Norit Südmo ist auf allen Wachstumsmärkten der Welt vertreten und macht 70 Prozent des Umsatzes im Ausland. „Norit lässt uns die Flexibilität des Mittelständlers und gibt uns den Rückhalt der Gruppe“, beschreibt Rupps das Verhältnis zur Mutterfirma. Das sei gerade jetzt ein großer Vorteil: „Wir haben keine Kapitalprobleme“, sagt der Firmenchef.

„Nachfrage steigt wieder“

Norit Südmo will weiter kräftig wachsen. Auch wenn die Wirtschaftskrise dieses Jahr für einen Zwischenstopp sorgt und Großprojekte sowie langfristige Investitionsvorhaben der Kunden zum Teil auf Eis liegen. Kleinere Projekte laufen weiterhin gut. „Weil wir so breit aufgestellt sind, werden wir das Jahr einigermaßen gut überstehen“, meint Rupps. Immerhin: „Die Nachfrage steigt weltweit wieder an.“

Gerade in schwierigen Zeiten ziehen Belegschaft und Geschäftsführung an einem Strang: Für Stabilität und Flexibilität sorgt ein Standort-Sicherungsvertrag, der die Stammarbeitsplätze bis 2012 garantiert. Er brachte dem Betrieb die 38-Stunden-Woche. Von den drei zusätzlichen Stunden leisten die Mitarbeiter zweieinhalb, ohne mehr Geld zu bekommen. „Wir müssen weiter an Innovationen und an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten“, sagt Rupps. Denn inzwischen gebe es auch Konkurrenz durch Billig-Anbieter aus Asien.

Norit Südmo will sich durch Service abheben. So wurde im Mai die „Norit Südmo Academy“ eröffnet. Da können sich Kunden mit den Produkten vertraut machen.

 

Info: Wasserverbrauch geht zurück

Von 1995 bis 2007 ist der Wasserbedarf der Wirtschaft Baden-Württembergs um 30 Prozent gesunken, so das Statistische Landesamt. In der Industrie ging der Verbrauch allein seit 2004 um 6 Prozent zurück – obwohl die Produktion um 16 Prozent stieg.

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