Exportschlager

Waschmaschinen der Superlative


Bei Jensen entstehen Wäschereimaschinen für Kunden in aller Welt

Harsum. Waschen, trocknen, bügeln und zusammenlegen, in blütenweißer Qualität. Was in jedem Privathaushalt Handarbeit bedeutet, stellt für die Kunden von Albert Steffen eine technische Herausforderung dar. Der Prokurist und Vertriebsmanager der Jensen GmbH stattet Großwäschereien – die vor allem für Krankenhäuser, Altenheime und Touristikunternehmen arbeiten – mit den entsprechenden Maschinen aus.

Die Ansprüche fasst er so zusammen: „verbrauchs- und wartungsarme Systeme, die so wirtschaftlich wie möglich arbeiten, höchste Qualität liefern und prozessübergreifend gesteuert werden können“.

24 Meter lange Drehbank

In Harsum bei Hildesheim bauen etwa 250 Jensen-Mitarbeiter – Ingenieure, Techniker und Facharbeiter – Waschstraßen. Rund 100 Großanlagen verlassen pro Jahr den Betrieb, die meisten gehen in den Export. „Zurzeit bauen wir Anlagen für Kunden in der Türkei, Italien, Indien und China“, sagt Steffen.

Welche Dimensionen eine Waschstraße von Jensen hat, wird beim Gang durch die Produktion mit Betriebsleiter Günter Hesse deutlich. Eine 24 Meter lange Drehbank bildet das Herz der Trommelfertigung. Auf ihr können die größten Waschtrommeln mit bis zu 20 Kammern bearbeitet werden. Das Zusammenschweißen der einzelnen Kammern zu einer riesigen Trommel ist eine Kunst. „Hier arbeiten nur unsere erfahrensten Schweißfachleute“, sagt Hesse.

Ein Blick in die Trommel verrät das Erfolgsgeheimnis. Der Transport der Wäsche durch die gesamte Maschine hindurch geschieht nach dem Prinzip der archimedischen Schraube, erfunden von dem griechischen Mathematiker Archimedes im 3. Jahrhundert vor Christus.

Sie windet sich wie eine Schnecke durch die Maschine. „Das Prinzip haben wir uns patentieren lassen“, so Hesse. Doch die Anlagen sind nicht nur größer als die Waschmaschine zu Hause, sondern auch viel sparsamer – durch die in Harsum entwickelte Computersteuerung.

Keine Maschine gleicht der anderen

Weil ein großer Teil des Wassers wiederverwendet werden kann, begnügen sich Jensen-Anlagen mit drei bis acht Litern pro Kilogramm Wäsche. In Privathaushalten fallen dafür rund 20 Liter an.

Nach dem Waschvorgang wird die Wäsche in Pressen oder Zentrifugen entwässert und gelangt danach in die Trockner. Am Ende der Bearbeitung steht das Zusammenlegen und Sortieren. „Hier in Harsum bauen wir Waschmaschinen, Pressen, Zentrifugen und Trockner“, sagt Prokurist Steffen.

Die Wirtschaftskrise 2008  hatte auch Jensen getroffen, doch nun geht es wieder aufwärts. Die Nachfrage der Großwäschereien nach Waschstraßen wird steigen, ist Steffen überzeugt. Denn der Tourismus boomt, die Ausgaben für Alten- und Gesundheitspflege gehen in die Höhe. Und der Bedarf an Automatisierung wächst.

Aber: Auch in diesem Markt kann nur bestehen, wer sich fortwährend weiterentwickelt. „Deshalb haben wir eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung eingerichtet“, berichtet Steffen. „Von den rund 3.000 Anlagen, die wir seit der Übernahme durch die Jensen-Gruppe gebaut haben, ist keine exakt so wie die andere.“

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Info: Die Jensen-Gruppe

Die Jensen-Gruppe hat ihren Ursprung in einer 1937 auf der dänischen Insel Bornholm gegründeten Werkstatt. 1960 wurde die erste Wäsche-Faltmaschine entwickelt. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit 1.170 Mitarbeiter. 2011 erreichte es einen Umsatz von 216 Millionen Euro. Es gibt sechs Produktionsstätten. In Harsum planen, entwickeln, produzieren und warten 250 Mitarbeiter Maschinen für Miettextil-Betriebe, Industrie-, Zentral- sowie Krankenhaus- und Hotelwäschereien.

Unternehmen in diesem Artikel

JENSEN GmbH

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JENSEN GmbH
Jörn-Jensen-Straße 1
31177 Harsum

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