Von der Lhasa-Bahn in Tibet bis zum Offshore-Windpark

Was Schaltanlagen von Siemens so alles regeln

Frankfurt. Im Trafo-Häuschen an der Ecke, im neuen Tower der Europäischen Zentralbank, in Offshore-Windparks und in der höchsten Zugstrecke der Erde, der Lhasa-Bahn in Tibet: Technik aus dem Siemens-Schaltanlagenwerk in Fechenheim (SWF) ist in der ganzen Welt zu finden. Etwa 100.000 Schaltanlagen werden hier pro Jahr hergestellt.

Der Betrieb gilt als einer der produktivsten der Branche, ist der Markt- und Technologieführer für gasisolierte Mittelspannungsschaltanlagen. Die Exportquote liegt bei 70 Prozent.

Mehr als 1.600 Menschen arbeiten hier. Seit der Gründung vor 30 Jahren hat sich die Belegschaft annähernd verdoppelt.

„Wir haben allen Grund, unsere Erfolgsgeschichte zu feiern, denn das Werk ist Garant für Innovation, Prozess-Kompetenz und Produktivität“, betont Stephan May, Leiter der Geschäftseinheit Mittelspannung bei Siemens.

Die Schaltanlagen sind die Schlüsselkomponenten moderner Stromverteilungsnetze und sorgen dafür, dass der Strom zum Beispiel in ganzen Straßenzügen an- und abgeschaltet werden kann.

„Um über 30 Jahre international wettbewerbsfähig zu bleiben, mussten wir immer technologischer Vorreiter sein“, betont Werkleiter Hartmut Hübner. Einen wesentlichen Baustein des Erfolgs sieht er im hauseigenen Frankfurter Produktionssystem, das bereits andere Siemens-Werke übernommen haben.

Abläufe und Prozesse wurden über Jahre hinweg immer wieder analysiert und umstrukturiert, Entwicklung und Produktion systematisch verbessert. Dabei wird die komplette Wertschöpfungskette einbezogen, vom Lieferanten über die Produktion und die Montage bis zum Versand.

Mitarbeiter spielen entscheidende Rolle bei der Verbesserung

40.000 verschiedene Teile werden hier noch selbst gefertigt, darunter Isolatoren aus Gießharz (eine Million Stück pro Jahr), Kupferrohre und Blechteile. Brauchte man früher für die Fertigung von Kupferschienen neun Minuten, geht das heute in gerade mal zwei Minuten.

Werkleiter Hübner: „Unser Fertigungswissen und unsere Marktkenntnis ermöglichen es uns , in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren.“ Aber auch beim Umweltschutz und der Energieeffizienz gehört das SWF zu den Pionieren. Derzeit wird ein eigens erarbeitetes Energiemanagement-Programm realisiert, um den Verbrauch von Gas und Strom weiter zu senken.

Bei all dem spielen die Mitarbeiter die entscheidende Rolle. Sie sind permanent in den Verbesserungsprozess eingebunden, treiben ihn mit voran. Hübner: „Nicht zuletzt wegen dieses Engagements sind wir einer der Vorreiter in Sachen effizienter und umweltschonender Produktion.“


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