Spezialchemie

Was Rapsöl im Schuh zu suchen hat


Alles Natur: Labor-Chefin Heike Goy-Müller testet eine neue Rezeptur für ein sulfatiertes Öl zur Lederfettung.

Polychemie Limbach bringt Geschmeidigkeit ins Leder

Mühlau. Die Firma zählt nur acht Mitarbeiter – doch es ist nicht zu übersehen, dass sie viel produziert: Deutlich hörbar quält sich der riesige Tanklaster vom Gelände der Polychemie Limbach in Mühlau (bei Chemitz) die Anhöhe zur Hauptstraße hinauf.

Im Tank: sulfatiertes Naturöl. 2.500 Tonnen produziert das Unternehmen pro Jahr. „Es wird vor allem in der Leder-Industrie als Fettungsmittel verwendet“, berichtet Prokurist Rico Lohse. Das Öl hilft, das Leder geschmeidig zu machen – aber auch, aus Lederresten wieder neue Fasern zu machen. Dabei werden zerkleinerte Abfälle in einem Öl-Wasser-Bad angesetzt und ähnlich wie in der Papier-Industrie mit Zusatzstoffen zu Bahnen verarbeitet. Aus diesen Lederfaser-Werkstoffen entstehen dann zum Beispiel wieder Brand- und Innensohlen.

Hilfe auch für Waldarbeiter

Damit sich das Öl mit Wasser verbindet, muss es sulfatiert werden: ein Prozess, der viel Erfahrung voraussetzt. In beheiz- und kühlbaren Kesseln wird über Stunden dem Raps-, Fisch- oder Rizinusöl Schwefelsäure beigemischt. Nach der Neutralisierung kommen auf Kundenwunsch Additive hinzu.

Beliefert werden vor allem die großen Schuh-Hersteller und Lederverarbeiter im Inland. „Viele Firmen sind nach Asien abgewandert“, berichtet Lohse. „Doch zum Teil können wir das mit Schal-Öl für die Bau-Industrie oder mit speziellen Ölen für die Kosmetik-Industrie auffangen.“

Im Angebot ist auch ein mit dem „Blauer Engel“ ausgezeichnetes Sägeketten-Öl, das man bedenkenlos im Wald verwenden kann. Lohse: „Wir sind auch kurzfristig offen für weitere Aufträge.“

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