Hydraulik

Was Flugsimulatoren und Feuerwehrleitern beweglich macht


Memmingen. Geht nicht, gibt’s nicht: „Die Aufgabe darf ruhig schwierig sein“, sagt Andre Danehl, Geschäftsführer von Aros Hydraulik in Memmingen.

Und manche Kundenwünsche sind eine echte Herausforderung – zum Beispiel die Technik für einen Flugsimulator. In dem werden Piloten ausgebildet. Die Plattform des Simulators steht auf sechs Hydraulik-Zylindern von Aros, die sich in alle Richtungen und besonders schnell bewegen.

„Dafür haben wir ein fast reibungsloses Dicht-System entwickelt“, erzählt Danehl. Das funktioniert mit sogenannten Spalt-Dichtungen aus Metall. Üblicherweise wird Kunststoff als Material verwendet.

In solchen kniffligen Fällen kommt dem Familienunternehmen mit 200 Mitarbeitern die große Erfahrung zugute: 1965 wurde es gegründet. Produziert werden Hydraulik-Komponenten, die vor allem Maschinen, Anlagen, Baufahrzeuge und Industrie-Roboter beweglich ­machen.

Das Geschäft brummt. „Wir liegen über Plan“, berichtet Danehl. Für 2013 war ein Umsatz von 28 Millionen Euro kalkuliert worden. „Jetzt werden es wohl 30 Millionen.“

Sensoren messen Strecken, Kraft oder Geschwindigkeit

Aros profitiert von den Anstrengungen während der Konjunkturkrise 2009. „Wir haben die Flaute genutzt, um Neues zu entwickeln und so neue Kunden gewonnen“, erzählt Danehl. Dazu gehören seitdem zwei große Baumaschinenhersteller. Für sie produziert Aros bis zu zehn Meter lange Teleskop-Zylinder zum Ausfahren von Kränen – und Stütz-Zylinder, mit denen diese mobilen Baumaschinen am Einsatzort stabil auf dem Boden stehen.

Ein anderer Kunde rüstet Leitern für Feuerwehrautos seit kurzem mit Hydraulik von Aros aus. Die Technik steckt zudem in Maschinen für das Spritzgießen von Kunststoff, etwa von PET-Flaschen.

„Aus dem Massenmarkt haben wir uns schon vor zehn Jahren verabschiedet“, sagt Danehl. Preiswerte Serien-Hydraulik zu fertigen, überlässt Aros Konkurrenten in Osteuropa und der Türkei.

Die Firma selbst konzen­triert sich auf anspruchsvolle Produkte – alle „made in Memmingen“. Und: „Hydraulik wird immer intelligenter“, betont Danehl. Ein Trend sind Sensoren, die an den Hydraulik-Komponenten etwa Kraft, Geschwindigkeit oder Strecken messen. Mit solcher Hilfe entfernen zum Beispiel Straßenfräsen ganz exakt den Belag auf Fahrbahnen.

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