Menschen gewinnen!

Was Firmen sich einfallen lassen, um Fachkräfte zu finden und zu halten

Frankfurt. Filimon Solomon und Michaele Hayelom aus Eritrea haben es geschafft. Schon bald beginnen sie eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei Samson in Frankfurt. Der Spezialist für Mess- und Regeltechnik (4.000 Mitarbeiter) unterstützt seit gut einem Jahr Flüchtlinge auf dem Weg in den Arbeitsmarkt.

Nach Praktikum und Förderkurs stellt er für sie 30 zusätzliche Lehrstellen bereit. Die ersten acht, darunter die beiden Männer aus Eritrea, haben nun den Fördervertrag gegen einen Ausbildungsvertrag ausgetauscht.

„Wir können diesen Menschen so aktiv helfen und gleichzeitig etwas gegen den Fachkräftemangel tun“, erläuterte Samson-Personalchef Matthias Gans. Er berichtete über erste Erfolge beim zweiten Kommunikationsgipfel des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, der vor kurzem im Verbandshaus in Frankfurt stattfand.

Die Fachkräftegewinnung und -sicherung zählt zu den großen Themen, die die Firmen aktuell beschäftigen. „Die Antworten darauf lauten Employer Branding, die Entwicklung eines Unternehmens zu einer attraktiven Marke als Arbeitgeber, sowie die Integration von Menschen mit unterschiedlicher Bildung, verschiedenem kulturellen und religiösen Hintergrund“, betonte Stefan Weber, Geschäftsführer von Duktus Rohrsysteme in Wetzlar.

Weibliche Azubis als Botschafterinnen für technische Berufe

Bei Schenck RoTec in Darmstadt, dem Marktführer der Auswuchttechnik, setzt man verstärkt auf die interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiter. Schon Azubis lernen die Werke in China oder Indien kennen, und es gibt einen Schüleraustausch von Mitarbeiterkindern rund um die Welt.

Der Möbelzulieferer Hettich in Frankenberg gibt auch sozial Schwachen eine Chance. Außerdem schickt er weibliche Azubis als Botschafterinnen in die Schulen, um mehr Mädchen für technische Berufe zu begeistern.

Wie mit Wertschätzung, Vertrauen und mehr bei den Mitarbeitern Begeisterung für die eigene Firma ausgelöst und eine Arbeitgebermarke aufgebaut werden kann, erläuterten weitere Unternehmensvertreter. Viele Firmen punkten mit spannenden Arbeitsplätzen, hochwertigen Produkten, flachen Hierarchien, Weiterbildung, wertschätzender Unternehmenskultur und mehr.

Das gilt es, bekannt zu machen: „Für die vielen Talente und Fachkräfte sichtbar zu sein, ist eine der größten Herausforderungen für uns alle“, so Weber abschließend.

Mehr Infos: hessenmetall.de


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