Eintauchen in eine fremde Kultur

Was eine Chinesin an eine deutsche Hochschule lockte


Essen. Die Augen der 24-Jährigen leuchten, als sie von der deutschen Küche schwärmt: „Am liebsten mag ich Haxe“, sagt Yue Yu, „aber auch die Nachspeisen sind toll.“

Wer die Chinesin kennenlernt, glaubt nicht, dass sie erst drei Jahre in Deutschland lebt. Mit leichtem Akzent erzählt sie: „Ich arbeite als Steuerprüfungsassistentin bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.“

Die junge Frau aus Taian, einer 3,6-Millionen-Einwohner-Stadt zwischen Peking und Schanghai, zählt zu den rund 2.000 Chinesen, die in den zurückliegenden zehn Jahren ein ganz besonderes Studium absolviert haben – an der privaten deutschen Hochschule FOM und einer ihrer chinesischen Partnerhochschulen.

„Meine Eltern hatten mir nach dem Abitur dazu geraten, in meiner Heimatstadt zu studieren“, sagt Yue Yu. Eine Entscheidung, die sie später ins 8.000 Kilometer entfernte Essen führen sollte.

Deutsche Professoren lehren auch in China

Doch erst mal stand ein Jahr Deutschunterricht in der Nähe von Peking an. Dann war Yue Yu fit für zwei Jahre Außenhandels- und Betriebswirtschaftsstudium in Taian. An der Shandong Agricultural University – und einer weiteren Uni in Taiyuan – lehren auch deutsche Professoren und Dozenten der FOM.

Die Hochschule für Oekonomie & Management ist mit 19.000 Studenten die größte private Einrichtung Deutschlands. An bundesweit 23 Standorten richtet sie sich vor allem an Berufstätige, die neben der Arbeit studieren wollen.

Eintauchen in eine fremde Kultur

Angeboten werden Bachelor-Studiengänge unter anderem in Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Mechatronik. Master-Studiengänge stehen den Absolventen von Hochschulen und Fachhochschulen offen.

Yue Yu gehörte zu den Bachelor-Studenten, als sie im September 2009 nach Deutschland kam. „Nach einem weiteren Jahr in Essen hatte ich einen Doppelabschluss in der Tasche. Der Bachelor of Administration gilt in Deutschland und China“, sagt sie. Zielstrebig ging sie danach ins Master-Studium. Abschluss: zwölf Monate später.

Trotz intensiver Vorbereitung im eigenen Land ist die Herausforderung groß für die Chinesen, die nach dem Bachelor hierher kommen und mit deutschen Kommilitonen lernen. Schließlich gilt es, in eine fremde Kultur einzutauchen. Dabei hilft das neunköpfige China-Team der FOM. Dessen Leiterin Lin Liu sagt: „Wir unterstützen die Neulinge bei den alltäglichen Dingen. Und helfen ihnen, das Leben in Deutschland zu verstehen, zum Beispiel die Bedeutung der Feiertage.“

Yue Yu mag an den Deutschen, dass sie so höflich sind, „wenn auch etwas distanziert“. Und sie nutzt die Chance, Europa kennenzulernen: „Ich war schon in Italien, Spanien, Frankreich, Holland, Polen und Skandinavien.“

Mit der Familie in Taian hält sie vor allem über den Online-Dienst Skype Kontakt. „Mein Vater hätte es schon gern, wenn ich wieder nach Hause käme“, sagt sie, „aber vielleicht bleibe ich auch hier.“

Schließlich hat sie sich ein neues Ziel gesetzt: „Ich mache den Führerschein. Und dann kaufe ich mir ein kleines Auto, ein deutsches natürlich.“

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Info: FOM – Studieren für Berufstätige

Die Zahl der Studenten an Fachhochschulen ist zwischen den Wintersemestern 1999/2000 und 2010/2011 um 66 Prozent auf rund 684.000 angewachsen, so das Bildungsministerium. Auch die Zahl der Berufstätigen, die zusätzlich studieren, steigt. Bei der FOM kann man Unterrichtsveranstaltungen abends oder am Samstag besuchen. Getragen wird sie durch die gemeinnützige Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft.

www.fom.de

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