Familienunternehmen

Was das Gummiherz begehrt


MSG sorgt für Extra­-Dämpfung von Hämmern – und liebt die besonderen technischen Herausforderungen

Holdorf. Ein Generationswechsel im Unternehmen ist oft schwierig. Nicht so bei der MSG Gummiformtechnik in Holdorf (Niedersachsen), wo Jürgen Sticher „seine“ Firma an den jüngeren Geschäftsführer Frank Sabaschus übergeben hat. Kompetenzgerangel? Völlig neue Methoden?

„Nein“, sagt der neue Chef des 50 Mitarbeiter starken Unternehmens. „Die Philosophie der MSG ist seit mehr als drei Jahrzehnten sehr erfolgreich.“ Sabaschus stellt klar: „Es gibt keinen Grund, alles auf den Kopf zu stellen.“

Große Bandbreite von Materialien

Das Unternehmen bewährt sich ständig in anspruchsvollen technischen Herausforderungen. Wenn etwa die Stative für TV-Kameras einen sicheren Stand benötigen oder Chemiker ihr Prüfgerät gefahrlos aus einem Säurebad heben müssen, dann fühlt sich MSG gefordert. Kautschuk, Kunststoff und Metall zu verbinden – das ist das Geschäft.

Anders als sein Vorgänger ist Geschäftsführer Sabaschus kein Tüftler, sondern ein Vertriebsmann. Er gründete die FRANKSA GmbH, die mit technischen Gummi- und Kunststoff-Produkten handelt. Nun nutzt er die Kooperation der beiden kleinen Firmen. Und setzt fort, was sein Vorgänger Sticher bei MSG erfolgreich aufgebaut hat.

Sein Vorgänger Sticher, der ihm heute als technischer Berater zur Seite steht, sagt: „Es darf kein Elastomer geben, das wir nicht beherrschen. Ich kenne in Deutschland kein zweites Unternehmen, das eine so große Bandbreite der Materialien bearbeitet.“

Prokuristin Kornelia Wellbrock, seit Jahrzehnten als kaufmännische Leiterin verantwortlich, formuliert es so: „Wir liefern, was das Gummiherz begehrt.“ Die Produkte werden in der Antriebstechnik benötigt, wenn Rollstühle gebremst oder Rollladengetriebe gedämpft werden sollen. Oder es sind kleinste Formteile für Auto-Kupplungen. Auch Handwerker wissen die Firma zu schätzen – weil ihre Teile für zusätzliche Dämpfung von Hämmern sorgen.

Mit den Füßen auf dem Boden

Das Erfolgsrezept: Zufriedenheit muss auf beiden Seiten herrschen – beim Kunden und beim Hersteller. So ist die Zahl der Kunden auf immerhin 250 gewachsen. Umsatzwachstum ja – aber nicht um jeden Preis. „Harte Preiskämpfe und riesige Stückzahlen, das sind nicht unsere Sache“, sagt Sabaschus.

Den Menschenschlag in dieser ländlichen norddeutschen Region hat es immer ausgezeichnet, mit den Füßen auf dem Boden zu bleiben. Nur das verdiente Geld wird ausgegeben. Nach dieser Maxime arbeitet MSG. So überstand man gut die Krise. Und nun scheint der Generationswechsel geglückt.

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