Themen-Special: Tarifrunde in Bayerns Metall- und Elektroindustrie

Was bayerische Betriebe für ihre Beschäftigten leisten

Chancen fürs Leben: Jährlich 14.000 junge Leute starten in den Betrieben eine Ausbildung. Foto: Mauritius

München. Was ist Lebensqualität? Vielleicht eine Mischung: ein spannender Alltag, Wohlstand, Sicherheit und auch privates Glück. Für Letzteres können die Betriebe der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) natürlich nicht garantieren. Doch ansonsten leisten sie eine ganze Menge für ihre rund 810.000 Mitarbeiter.

Zum Beispiel, was die Entlohnung betrifft. Seit 1991 sind die Tarifverdienste hier um 91 Prozent gestiegen! Einmalzahlungen und Erfolgsprämien sind in dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Die Verbraucherpreise haben im gleichen Zeitraum um lediglich 52 Prozent zugelegt.

Beschäftigung auf dem höchsten Stand seit 23 Jahren

Die Beschäftigten können sich also viel mehr leisten als früher. Allein in den letzten fünf Jahren erhöhten sich die um die Teuerung bereinigten Reallöhne um fast 10 Prozent, 2015 waren es 3,3 Prozent. Im Durchschnitt kommt ein Tarifbeschäftigter aktuell, inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld, auf ein Jahresbrutto von 56.000 Euro. Der typische Facharbeiter in Entgeltgruppe 5 hat pro Jahr 44.100 Euro – im Monat sind es 3.330 Euro.


Seit dem letzten krisenbedingten Tiefstand im Frühjahr 2010 haben die M+E-Arbeitgeber in Bayern 95.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, allein 2015 waren es 17.000. Die 810.000 Mitarbeiter in den Stammbelegschaften sind der höchste Beschäftigungsstand seit 23 Jahren.

Der Zuwachs spiegelte die Hoffnung der Firmen auf Wachstum wider, die sich so aber nicht erfüllt hat. Im zweiten Halbjahr 2015 hat sich der Stellenaufbau bereits verlangsamt. Dennoch bleibt Fachkräftesicherung für die M+E-Betriebe von zentraler Bedeutung.

Entsprechend attraktiv sind die Arbeits- und Ausbildungsplätze; ihre gut 30 Berufe sind vielfältig und bieten gute Entwicklungsperspektiven. Viele Unternehmen zählen zu den Weltmarktführern. Und die Betriebe qualifizieren ihre Belegschaften laufend weiter, um ihre Position im Wettbewerb halten zu können. Binnen Jahresfrist durchläuft jeder Zweite mindestens eine Weiterbildung; 2014 kostete das die Arbeitgeber pro Weitergebildetem 1.076 Euro.

Rund 14.000 neue Ausbildungsverträge werden jedes Jahr abgeschlossen, deutlich über 90 Prozent der Azubis werden später übernommen. Die tarifliche Ausbildungsvergütung liegt höher als in anderen Teilen der Wirtschaft: Sie beträgt zu Beginn 946 Euro pro Monat und zum Ende 1.104 Euro.

95 Prozent sind mit der Arbeit zufrieden

Auch Gesundheitsförderung ist in den Betrieben ein sehr wichtiges Thema – und die Bedeutung nimmt angesichts der alternden Belegschaften noch weiter zu.

Laut einer Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme und vbm haben bereits neun von zehn Mitgliedsbetrieben Präventionsangebote für ihre Belegschaften. Groß im Trend liegen demnach Bewegungs- und Fitnessprogramme. Auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben tun die Betriebe viel – nicht zuletzt, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben.

Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) geht der Frage nach, wie sich die Beschäftigten fühlen: Über alle Branchen gerechnet sind bayernweit 95 Prozent mit ihrer Arbeit „zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“ (bundesweit sind es 92 Prozent). Für die Allermeisten stimmt es offenbar bei der Lebensqualität.

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Tarifrunde 2016 in Bayerns Metall- und Elektroindustrie: Jetzt geht es ums Entgelt für 810.000 Beschäftigte – und um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Warum es denen gar nicht so gut geht, wie viele denken, lesen Sie in diesem Themen-Special.

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