Start in den Beruf

Was Bayer Bitterfeld vom Nachwuchs erwartet


Bitterfeld. Freudestrahlend übernimmt Sophie Gürtler den Staffelstab für den neuen Azubi-Jahrgang von Christian Hugler. Der 21-Jährige hat seine Ausbildung zum Pharmakanten bei Bayer Bitterfeld ein halbes Jahr vorzeitig und mit einem Notenschnitt von 1,0 abgeschlossen, als Jahrgangsbester im Kammerbezirk Halle-Dessau.

Auch die 18-jährige Sophie Gürtler hat sich viel vorgenommen in ihrem „Traumberuf“, sie will Chemielaborantin werden. Zusammen mit einem Dutzend Azubis startet sie im Ausbildungsverbund des Pharma-Unternehmens in Sachsen-Anhalt in die Lehre. Und posiert bei der Staffelübergabe gerne für den Fotografen. Schließlich ist Hugler ein bisschen das „Vorbild“ der Neuen.

Denn das Pharma-Unternehmen legt Wert auf gute und inter­essierte junge Leute, die wissen, was sie wollen, berichtet Ausbildungsleiterin Regine Hölzel. „Bei der Herstellung von Arzneien und den dafür nötigen Untersuchungen im Labor kommt es auf exaktes und genaues Arbeiten an“, sagt sie. Kleine Fehler könnten große Folgen haben.

600 Auszubildende seit dem Produktionsstart im Jahr 1993

Seit dem Produktionsstart bei Bayer Bitterfeld im Jahr 1993 ist Hölzel für die Auswahl der Azubis verantwortlich. Fast 10.000 Bewerbungen gingen seitdem über ihren Tisch, im August begrüßte sie den 600. Lehrling in der gemeinsamen Ausbildung von Bayer und anderen Betrieben im Industriepark.

Natürlich seien die Noten wichtig, berichtet sie. Aber: „Ich muss auch das Gefühl haben, dass die Bewerber mit Herzblut an die Sache gehen.“ Ein Jugendlicher, der Industriemechaniker lernen will, aber sein Fahrrad nicht selbst repariere, sei nicht überzeugend.

Die Bewerbung von Christian Hugler habe sie hingegen sehr überzeugt, erinnert sie sich. Sie habe gespürt: „Er brennt für seinen Wunschberuf.“ Der junge Mann hatte sich nach einem Praktikum in der Apotheke für die Ausbildung zum Pharmakanten entschieden. „Ich wollte in die Arzneiproduktion“, sagt Hugler. „Wir bedienen und steuern Produktionsanlagen, dokumentieren die Arbeitsschritte und kontrollieren die Qualität.“

Große Nachfrage bei den Unternehmen

Der Einser-Absolvent gehörte übrigens zu den vier ersten Azubis, die bei Bayer diese Lehre begannen. Bis 2010 waren hier nur Chemikanten ausgebildet worden. Wegen der großen Nachfrage bei den Pharmafirmen in Sachsen-Anhalt stellten Bayer, die Berufsschule und das Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld, die die Ausbildung gemeinsam stemmen, dann auf den Beruf des Pharmakanten um. Seitdem stieg die Zahl der Lehrlinge auf insgesamt 29. „Für uns ist die Umstellung ein Pluspunkt“, sagt Hölzel.

Übrigens

So klappt die Berufswahl

• Vertane Zeit, vertane Mühe: 31 Prozent der Azubis in Ostdeutschland brechen ihre Lehre irgendwann ab.

• Das beste Mittel dagegen ist frühzeitige Berufsorientierung, wie sie das Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld anbietet.

• 600 Schüler aus der Region kommen regelmäßig in die Werkstätten der Bildungsfirma und testen ihre Fähigkeiten. An 14 Tagen im Jahr lernen sie ihre Stärken kennen und entscheiden sich eher nach ihren Interessen.   

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