Standort Bayern

Warum Hawe Hydraulik im Freistaat investiert

Kaufbeuren/München. Die Klappe im Boden geht hoch, die Teams kommen aufs Feld, Jubel auf den Rängen brandet auf. So manchem Gästespieler schlottern während des Einlaufs in die Münchner Allianz-Arena wohl die Knie. Kein Wunder: Der FC Bayern ist im eigenen Stadion eine Macht.

Daheim ist man oft besonders erfolgreich. Das gilt nicht nur im Sport, sondern manchmal auch in der Wirtschaft. Die Münchner Firma Hawe Hydraulik – sie hat die Technik für die Spielerklappe der Allianz-Arena geliefert – ist so ein Fall. Der exportorientierte Hersteller von Hydraulik-Ventilen und Hydraulik-Pumpen erzielt rund zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland. Produziert wird aber fast ausschließlich in Bayern.

Erst im September hat die Firma mit weltweit 2.100 Mitarbeitern und im vergangenen Jahr 280 Millionen Euro Umsatz wieder ein neues Werk eröffnet. Es steht in Kaufbeuren und ist mit 100 Millionen Euro die größte Investition der Firmengeschichte.

360 Mitarbeiter stellen im Allgäu vor allem das sogenannte Proportional-Wegeschieberventil her. Es ist für Hawe das umsatzstärkste Produkt und regelt den Ölfluss von Hydraulik-Systemen, die unter anderem Aufhängungen an Kranen, Forst- und Baumaschinen oder Betonpumpen bewegen.

Das Unternehmen braucht dafür einen teuren Maschinenpark – und qualifiziertes Personal, um ihn zu bedienen. „Unsere Mitarbeiter wissen, wie die technisch anspruchsvollen Anlagen betrieben werden“, sagt Wolfgang Sochor, Vorstand Produktion von Hawe. Die Fertigung läuft daher stabil und verlässlich. „Im Ausland wäre das ohne intensive technische Unterstützung aus dem Mutterhaus nicht möglich.“

Ein weiterer Standortvorteil neben den guten Fachkräften ist laut Sochor die Nähe zu vielen Werkzeugmaschinen-Herstellern in Süddeutschland. „Bei Bedarf ist schnell jemand zur Stelle und unterstützt bei Problemen oder notwendigen Veränderungen in der Produktion“, sagt er.

Dank dieser guten Bedingungen hat Hawe das neue Werk in Bayern und nicht im Ausland, etwa in Asien, angesiedelt – trotz höherer Löhne und Abgabenbelastung. „Lohnkosten sind für uns nicht das alleinige Argument“, sagt Sochor.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang