Ein Mann für schnelle Bälle

Warum ein BMW-Ingenieur um den Betriebssport-Meistertitel im Squash spielt

Das hält fit: Squash spielen trainiert die Konzentration. Foto: Bodmer

München. Erst aufwärmen: Arme, Beine – und den Ball. Dann geht’s los. Gerhard Daum (57) ist in der Sportgemeinschaft des BMW-Werks München als Squash-Spieler aktiv. Dabei sammelt der Elektroingenieur für seinen Arbeitgeber sogar Punkte – in der Mannschaftsrunde des Betriebssportverbands Südbayern.

Vorletztes Jahr holte eines der beiden Teams des Autoherstellers sogar den Meistertitel. Und Daum hofft, dass sich so ein Triumph jetzt wiederholt. „Die Rückrunde hat begonnen, die Chancen stehen gut.“

Squash ist ein blitzschneller Sport. Profispieler schmettern den kleinen Gummiball mit bis zu 200 Stundenkilometern gegen die Wände. Im Innern des Balls ist ein Tropfen Flüssiggas: Das dehnt sich bei Wärme aus, ein Überdruck entsteht – der dem Sportgerät Power gibt.

Ein Aufruf in der Hauszeitung brachte Daum 1980 zu dem Sport. „Acht Mitarbeiter bildeten die erste Mannschaft.“ Zu Spitzenzeiten waren 60 aktive Spieler im Betrieb, jetzt sind es noch zwei Dutzend. Nachwuchs wird gesucht.

„Man muss einschätzen, wohin der Ball als Nächstes springt – genau wie im Job“

Die Besetzung wechselt. „Wenn ein, zwei Mann ausfallen, weil sie auf Dienstreise sind, wird es schnell eng“, sagt Daum. Ein Kollege wurde sogar nach Panama versetzt. Dafür kommt immer wieder mal ein neuer Squash-Spieler dazu, auch wegen Versetzungen von anderen BMW-Standorten.

„Als Anfänger hat man im Squash schnell Erfolgserlebnisse“, so Daum. Aber sich weiter zu verbessern, ist ein hartes Stück Arbeit. Früher trainierte er dreimal in der Woche, heute, als Vater von vier Kindern, schafft er es noch einmal in der Woche zum Training mit Kollegen im Münchner Stadtteil Moosach.

Daum mag die Dynamik des Spiels. Er achte darauf, dass er sich nicht abrupt bewege, sondern geschmeidig – so bleiben Sehnen und Gelenke gesund. Er betont: „Wer den Ball kriegen will, muss schnell reagieren, es ist eine Sache der Konzen­tration.“ Das helfe ihm auch am Arbeitsplatz. „Man ist fit und belastbarer, wenn es mal hoch hergeht im Betrieb.“

Daum sieht noch eine andere Parallele: „Beim Squash lernt man mit der Zeit einzuschätzen, wohin der Ball als Nächstes springt – genau wie im Job.“ Als Teil einer Spezialistentruppe plant Daum die Stromanbindung der Fabriken. „Wir brauchen sichere Versorgungsnetze in der Fertigung. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn eine Maschine stehen bleibt.“

Wird irgendwo auf der Welt ein neues BMW-Werk gebaut, wie jetzt in Brasilien, fragen die Kollegen ihn um Rat. Er weiß, wo und wie der Strom fließen muss, um Presswerke, Roboter und Fertigungsstraßen sicher zu versorgen. Schon zig Anlagen hat er geplant. „Die spannendste Aufgabe war der Bau des Werks Regensburg Mitte der 80er-Jahre. Wir standen mitten auf dem Zuckerrüben-Acker und zogen die Baustromversorgung hoch.“

Die Technik hat seither im Autobau einen Riesensprung gemacht. Im Sport auch. Daums Squash-Schläger ist aus federleichtem Karbon – wie die Karosserie des Elektroautos BMW i3.

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Elektrotechnik fasziniert mich – wie man Strom transformieren und was man damit machen kann.

Was reizt Sie am meisten?
Dass ich immer wieder die beste technische Lösung finden muss. Wir stellen Weichen für die Zukunft. Die Technik muss von Südafrika bis Amerika funktionieren.

Worauf kommt es an?
Nachhaltig handeln. So dass es auch in 20 Jahren noch passt. Und achtsam umgehen mit den Ressourcen: in der Umwelt, im Betrieb und bei sich selbst.


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