Globalisierung in der Metall- und Elektro-Industrie

Warum die HF Mixing Group auf internationale Job-Rotation setzt

Freudenberg. „Da wollte ich nicht mehr weg! Und es erleichtert mir die Arbeit in meinem Multikulti-Unternehmen ungemein“, sagt Melanie Jahn. Die junge Marketingfrau war dienstlich in den USA, als Mitarbeiterin der HF Mixing Group mit Sitz in Freudenberg. Dabei lernte sie an einem Wochenende auch New York kennen: „Die Stadt muss man gesehen haben“, schwärmt sie.

Melanie Jahn kam in die Staaten dank eines internationalen Job-Wechsels, den ihr Arbeitgeber konsequent praktiziert. Drei Wochen bereitete sie gemeinsam mit ihren US-Kollegen im Werk Connecticut einen Messeauftritt für Deutschland vor: „Wir sind näher zusammengerückt“, hat sie als neue Erkenntnis im Gepäck mitgebracht.

Professor Andreas Limper, der gemeinsam mit Mark Meulbroek das Unternehmen führt, sieht in der Mitarbeiter-Rotation einen großen Vorteil im internationalen Wettbewerb. Die Mixing Group kümmert sich um die Mischer-Sparte innerhalb der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH.

Das Geschäft mit Mischanlagen für die weltweit tätigen Reifenhersteller und Autozulieferer von technischen Gummiwaren ist hart. Mehrere Dutzend der insgesamt über 1.100 Kollegen von Melanie Jahn nehmen jährlich am Austausch teil: „Die interkulturellen Fähigkeiten und den Know-how-Austausch der Mitarbeiter untereinander halte ich für enorm wichtig“, unterstreicht Firmenlenker Limper.

Ein Grund: Seit 2005 gehört die gesamte Anlagenbau-Firma zur Lübecker Possehl-Gruppe und wuchs kräftig durch Firmenübernahmen und eigene Vertriebs- und Service-Stützpunkte in vielen Ländern. In dieser Zeit hat sich der Umsatz der Mischer-Sparte auf gut 200 Millionen Euro (Stand Ende 2013) vervierfacht. Sechs Werke in Europa und den USA produzieren aufwendige Kautschuk-Mischanlagen.

Die Gruppe ist auch in China präsent: „Allein dort gibt es über 200 Reifenhersteller. Mit einem Viertel von ihnen sind wir im Geschäft“, so Limper. Da helfe es, dass die Mitarbeiter sich durch den Austausch kennen und das Wissen um Besonderheiten anderer Kulturen „nicht nur ein Schlagwort für Sonntagsreden“ sei. HF Mixing verfügt in den meisten Ländern über einheimische Führungskräfte.

Den Kollegen geholfen – und die Englischkenntnisse aufgebessert

Perfekt, wenn alle von allen profitieren. Wie Zerspanungsmechaniker Sebastian Schmiedecke. Er griff gleich zweimal für mehrere Wochen seinen Kollegen im britischen Werk Rochdale unter die Arme. Sein Fazit: „Ich bin offener und mein Englisch ist viel besser geworden. Zudem tut es gut, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen.“


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