Frauen bei Metall und Elektro

Warum die Arbeit von Anja Ams für die Galvanik-Firma Metoba Gold wert ist

Ob golden oder silbern: Dank der Argusaugen von Anja Ams glänzen die filigranen Bänder und Stifte der Lüdenscheider Galvanik-Firma Metoba garantiert. Hier ist die gelernte Oberflächenbeschichterin für die Qualität verantwortlich.

Glänzender Geselle: Anja Ams mit der Rüstung, die ihr Arbeitgeber vergoldet hat. Foto: Wirtz

Glänzender Geselle: Anja Ams mit der Rüstung, die ihr Arbeitgeber vergoldet hat. Foto: Wirtz

In der Freizeit ist die junge Frau bei der freiwilligen Feuerwehr. Foto: Privat

In der Freizeit ist die junge Frau bei der freiwilligen Feuerwehr. Foto: Privat

Fachgespräch: Qualitätsprüferin Ams mit Vassili Schmidt an der Bandveredelungsanlage. Foto: Wirtz

Fachgespräch: Qualitätsprüferin Ams mit Vassili Schmidt an der Bandveredelungsanlage. Foto: Wirtz

Recherche: Die junge Frau sucht am PC die Daten der verzinkten und vergoldeten Bandware. Foto: Wirtz

Recherche: Die junge Frau sucht am PC die Daten der verzinkten und vergoldeten Bandware. Foto: Wirtz

Lüdenscheid. In dieser Firma gibt es sogar eine Ritterrüstung! Wie bitte? „Ja, wir haben sie vergoldet“, erklärt Anja Ams. Mit „wir“ meint sie ihren Arbeitgeber, das Galvanik-Unternehmen Metoba. Es hat die Rüstung mal auf einer Messe zu Werbezwecken eingesetzt, heute dient sie nur noch als Deko.

Die ausgebildete Oberflächenbeschichterin hat normalerweise mit viel, viel kleineren veredelten Dingen zu tun. Die könnten glatt bei einem Juwelier ausliegen, so schön sind sie. Golden und silbern glänzen die filigranen Bänder und Stifte, wenn sie aus den Galvanobädern kommen. Bei manchen ist auch echtes Gold und Silber drauf.

Anja Ams legt ein gezacktes Band unters Mikroskop. Die Qualitätsprüferin achtet darauf, dass die Veredelung überall gleichmäßig aufgetragen ist. „Es geht hier um tausendstel Millimeter“, sagt die 28-Jährige. „Wenn die Beschichtung zu dünn ist, lassen sich die Teile zum Beispiel nicht löten.“ Deshalb ist ihr Kontrolljob Gold wert.

Metoba bietet ein komplettes Beschichtungsprogramm an. „Wir machen alles, egal ob Verchromen, Versilbern, Vernickeln oder Vergolden“, kommt Anja Ams ein bisschen ins Schwärmen. Die Schicht dient dem Korrosionsschutz oder der besseren Leitfähigkeit.

Die Steckerstifte, Schrauben, Kabelfittings und anderen Kontaktteile der Lüdenscheider Firma gehen an die Elektro- und Auto-Industrie. Sie bringen einen Jahresumsatz von 16 Millionen Euro.

Gleich sieben Qualitätsprüfer sorgen dafür, dass nur Fehlerfreies das Werk verlässt. Das sind beachtlich viele bei insgesamt 100 Mitarbeitern. Die junge Frau gehört seit drei Jahren zum Team.

Sie zeigt nicht nur im Job Kondition, die sie sich beim Laufen und Radfahren holt. Ams ist in ihrer Freizeit Unterbrandmeisterin bei der freiwilligen Feuerwehr in ihrem Wohnort Plettenberg, eine halbe Autostunde entfernt. Sie kann die Löschfahrzeuge fahren und eine Einsatztruppe leiten. Und hat einen Lehrgang zum Umgang mit gefährlichen Stoffen absolviert: „Das könnte mir auch bei der Arbeit nutzen, weil wir viel mit Chemie zu tun haben.“

Eine komplette Feuerwehrmontur wiegt gut 60 Kilo

Manchmal wird sie mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen und muss blitzschnell die schwere feuerfeste Montur anlegen. Mit Sauerstoffgerät, Helm, Axt und Lampe sind es gute 60 Kilo: Da sei eine Ritterrüstung wie die bei Metoba nichts dagegen.

Als familienfreundlicher Betrieb ist die Firma darauf eingestellt, flexibel zu reagieren. „Wir wussten von Anfang an, dass Frau Ams bei der Feuerwehr ist“, sagt Sven Hering, der Chef des Familienunternehmens. Tagsüber rückt sie zwar nicht aus, dafür ist ihr Wohnort zu weit weg. Aber nachts kann es bei einem Einsatz schon mal so spät werden, dass die Feuerwehrfrau erst einmal ausschlafen muss.

„In der Qualitätssicherung funktioniert das reibungslos, die Kollegen springen ein“, so Hering. Außerdem profitiert der Betrieb von ihren Kenntnissen: „Sie hat uns schon öfter die Handhabung der Feuerlöscher erklärt. “

Den Kollegen hat Anja Ams immer wieder Spannendes zu berichten. Einmal brannte eine Wohnung aus, weil ein Terrarium zu heiß wurde: „Die Reptilien konnten wir nicht retten, aber den Rest. Zum Glück wurde von den Bewohnern niemand verletzt.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Die Berufsberatung vom Arbeitsamt hat mir mehrere Berufe in der Metall- und Elektro-Industrie empfohlen. Ich habe überall reingeschnuppert und nach einem Praktikum Oberflächenbeschichterin gelernt.

Was reizt Sie am meisten?

Die Vielfalt an Veredelungen. Wir verzinnen, vernickeln, verchromen, vergolden und versilbern.

Worauf kommt es an?

Auf Zuverlässigkeit und auf Genauigkeit, denn wir arbeiten im Tausendstel-Millimeter-Bereich.


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