Hier hat man Spaß am Lernen

Warum der Mess- und Regeltechnik-Spezialist SAMSON künftig systematisch auf Weiterbildungen setzt


Frankfurt. „Man muss immer auf dem Laufenden bleiben. Wer das nicht will, ist selbst schuld.“ So sieht es Markus Czursiedel (49). Und zeigt damit, dass die Sache mit dem lebenslangen Lernen schon längst in unseren Werkhallen angekommen ist – auch bei der Frankfurter Firma SAMSON.

Dieser weltweit aktive Spezialist für Mess- und Regeltechnik beschäftigt allein am hessischen Stammsitz rund 1.500 Mitarbeiter. Czursiedel arbeitet hier als Einrichter von CNC-Maschinen, im Sommer hat er mal wieder an einer Schulung für Sicherheitsbeauftragte teilgenommen. Einrichter-Kollege Detlef Franz (52) hat seine Kenntnisse ebenfalls gerade erst erweitert: „Ich war auf einem Lehrgang für ein ganz neues Bearbeitungszentrum, so heißen wichtige Anlagen bei uns“, sagt er, „zweimal drei Tage lang.“

Jenseits der 50 noch ganz neue Dinge anpacken? Hirnforscher meinen: Kein Problem!

Was die beiden altgedienten Fachkräfte an solchen Schulungen schätzen: „Man kommt so mal raus, sieht auch mal was anderes, trifft Kollegen aus anderen Firmen.“

Moment mal: Jenseits der 50 noch neue Dinge lernen? Geht das denn? „Kein Problem!“, betonen Hirnforscher (zum Nachlesen: Lebenslanges Lernen). „Kein Problem!“, meinen hierzulande auch immer mehr ältere Mitarbeiter: Erwerbstätige ab 55 nehmen deutlich häufiger an Fortbildungen teil als noch vor ein paar Jahren; etwa jeder Zweite ist schon dabei. Das betonte das Bildungsministerium nach der europaweiten Umfrage „Adult Education Survey“.

Kein Wunder. Viele Firmen gerade in der Metall- und Elektro-Industrie müssen mehr tun, um ihren Konkurrenten aus aller Welt technisch eine Nasenlänge vorauszubleiben. „Wir können nicht auf der Stelle treten, sonst sind wir ganz schnell raus aus dem Markt“, bekräftigt SAMSON-Personalreferentin Stefanie Plaum. „Weiterbildungsangebote tragen aber auch dazu bei, gute Mitarbeiter im Betrieb zu halten.“

Plaum soll das bei Samson jetzt noch systematischer gestalten: „Wer kann was? Was kann wer noch lernen?“ Solche Fragen sollen künftig unternehmensweit bedacht werden und nicht wie bisher eher abteilungsspezifisch.

Englisch wiederum, sagt Plaum, „das wäre im Prinzip für alle nötig“. Hier macht der Betrieb schon seit Jahren Angebote, was etwa Brigitte Zeh (48) zu schätzen weiß. Einmal in der Woche ist für sie nach der Arbeit Englisch angesagt. Zeh, die in der Projektdokumentation arbeitet, will es fließend sprechen können. Dafür investiert sie etwas Freizeit – den Kurs bezahlt der Betrieb. „Der Austausch mit Kollegen aus anderen Abteilungen“, so Zeh, ist ein Extra-Pluspunkt bei den Mühen um die fremde Sprache.

Wissbegierde zahlt sich oft aus

Spaß am Lernen? „Das ist doch ganz natürlich“, findet Matthias Ganz, der Personalchef. Ausnahmen seien selten: „Ich bin seit bald 20 Jahren in der Firma – und wir haben in all den Jahren nur einen Mann entlassen müssen, der eine Weiterbildung hartnäckig ablehnte. Seine alte Maschine gab es aber nicht mehr …“

Immer mal wieder Neues bewältigen, um an Bord zu bleiben: für viele ganz normal. Dass sich Wissbegierde oft auch auszahlt, zeigt aktuell Joachim Barton (51): „Ich programmiere jetzt Maschinen, an denen ich früher gearbeitet habe“, sagt er stolz. Der interne Aufstieg liefert viel Futter für die grauen Zellen. Barton hat gerade erst eine Schulung hinter sich – weiß aber schon genau, welche drei Kurse als Nächste fällig sind. Seine Meinung zum lebenslangen Lernen? „Man kann heute nicht mehr sagen: ‚Das habe ich gelernt, das bleibt so.‘ Es gibt ja ständig was Neues!“

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