Qualifikation

Wärme, der Hitze nichts ausmacht


Stiebel Eltron setzt auf Technologie und Mitarbeiter

Eschwege. Ein letzter Griff, fertig ist der nächste Kleinspeicher, den Marion Hacker während ihrer Schicht montiert.

Jeden Tag verlassen viele Hundert dieser Heißwasser-Erzeuger das Werk Eschwege von Stiebel Eltron. Hinzu kommen  Kochendwassergeräte und Händetrockner, gefertigt in einer hochautomatisierten Produktion. Von Krise und Kurzarbeit ist hier nichts zu spüren.

1971 übernahm Stiebel Eltron das Werk im ehemaligen Zonenrandgebiet von General Electric. Seitdem investiert der  international tätige Mutter-Konzern kräftig in den Standort.

2 Millionen Euro für eine neue Halle

Inzwischen sind hier modernste Roboter im Einsatz. Das Hightech-Werk hat sich zum „Kompetenzzentrum Kunststofftechnik“ der kompletten Gruppe gemausert.

„Wenn es um Kunststoffe  in Spitzenqualität geht, die selbst hohen Temperaturen ohne Probleme standhalten, sind wir die Richtigen“, sagt Werkleiter Werner Quade. 150 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Neben den Geräten entwickeln und fertigen sie auch deren Komponenten und Baugruppen.

Sie stellen nahezu alle Kunststoffteile her, die innerhalb der kompletten Gruppe benötigt werden. Gelagert werden sie in einer gerade für rund 2 Millionen Euro fertiggestellten Halle. Geliefert wird just-in-time an die anderen Werke.

Demnächst laufen in Eschwege sogar wieder Kleinspeichergeräte vom Band, die bislang von der Stiebel-Eltron-Tochter „Tatramat“ in der Slowakei für den osteuropäischen und asiatischen Markt gefertigt wurden. Bis zum Herbst soll die Produktionsaufstockung abgeschlossen sein.

„Dank unseres hohen Automatisierungsgrades gepaart mit der hohen Qualifikation unserer Mitarbeiter können wir hier extrem wirtschaftlich produzieren“, so Quade.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Werkzeugbau. Denn entscheidend für die Produktion sind die Konstruktion und Herstellung von Spritzgießformen, durch die die Roboter selbst komplizierteste Kunststoff-Körper fertigen.  Wie in den Vorjahren (im Schnitt werden pro Jahr rund 2 Millionen Euro in den Standort investiert) fließt auch 2009 Geld in die Weiterentwicklung der Produktion zum Aufbau neuer Fertigungstechnologien.

Eigengewächse machen Karriere

Innerhalb der Stiebel-Eltron-Gruppe ist das Werk in Sachen Rationalisierung weit entwickelt. Dennoch blieb die Anzahl der Mitarbeiter in den letzten Jahren weitgehend stabil. Viele von ihnen sind „Eigengewächse“ und haben nach ihrer Ausbildung im Lauf der Zeit sogar leitende Positionen eingenommen – darunter auch Werkleiter Quade.

Maja Becker-Mohr

Info: Stiebel Eltron

Stiebel Eltron wurde 1924 gegründet und ist bis heute im Familienbesitz. Das internationale Unternehmen steht für Produkte rund um erneuerbare Energien, Warmwasser, Klima und Raumheizung. Weltweit beschäftigt die Gruppe über 3.000 Mitarbeiter, davon etwa 2.000 in Deutschland. Der Konzernumsatz lag im letzten Jahr bei rund 460 Millionen Euro.

www.stiebel-eltron.de

Ausbildung mit Projektarbeit

Wenn man das beste Unternehmen am Markt sein möchte, muss man auch das Beste in den Menschen fördern“, ist Anke Herrmann überzeugt. Im Werk Eschwege des Haus- und Systemtechnik-Spezialisten Stiebel Eltron ist sie verantwortlich für die Berufsausbildung.

Traditionell liegt hier die Ausbildungsquote bei rund 12 Prozent. Aktuell zählt sie 14 Azubis.

Vor drei Jahren begannen die Auszubildenden zum ersten Mal mit eigenen Projektarbeiten. „Von der Idee zum fertigen Produkt“ lautete die Aufgabe. Heraus kam eine Stapelbox aus Kunststoff. Selbst entworfen, einschließlich Werkzeug für den Spritzautomat konstruiert und dann produziert.

Die nächste Azubi-Gruppe entwickelte eine Frühstücksbox. Die entpuppte sich als echter Knaller. Jetzt packen sogar die Kollegen in China ihr Essen darin ein.

MBM

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