Lebensmittelchemiker

Wächter über gesundes Essen


Lebensmittelchemiker sichern die Qualität von Essen, Kosmetik und Kleidung

Was steckt in unseren Lebensmitteln? Wie hoch ist die Qualität? Lebensmittelchemiker finden Antworten auf diese Fragen. David Liesenfeld ist auf dem besten Weg, einer zu werden. Er ist Diplomand der Technischen Universität in Kaiserslautern. Im Labor bereitet er gerade eine Stichprobe vor. „Lebensmittelchemie ist greifbar und für jeden von uns relevant“, meint der 23-Jährige. Am liebsten möchte er in die Forschung gehen.

Was die Haut berührt, wird untersucht

Die TU ist in Rheinland-Pfalz die einzige Hochschule, die Lebensmittelchemiker ausbildet: „Wir sind Analytiker und Fachleute für Qualitätssicherung“, beschreibt es Professor Dieter Schrenk, Leiter der Fachrichtung. „Wir erkennen, prüfen und beurteilen die Zusammensetzung von Lebensmitteln.“ Dabei beachten die Experten auch, wie das Produkt hergestellt und verarbeitet wird. Mögliche Veränderungen bei Lagerung und Transport fließen ebenfalls in die Analyse mit ein.

Doch nicht nur Lebensmittel müssen rechtlichen Bestimmungen genügen. „Alles, was mit der Haut in Kontakt kommt, wird untersucht“, erklärt Schrenks Kollegin, Professor Elke Richling. Von Kosmetika, Spielzeug über Kleidung bis hin zu PET-Flaschen und Pflanzenschutzmitteln.

Das Studium ist straff organisiert: Neben der chemischen Grundausbildung stehen Fächer wie Mikrobiologie, Botanik, Physik und Mathematik auf dem Lehrplan. Ebenso Lebensmittel- und Umweltrecht.Eine Besonderheit in Kaiserslautern: die Spezialisierung in Toxikologie. Die „Lehre von den Giftstoffen“ befähigt dazu, mögliche kritische Stoffe wie Verunreinigungen zu erkennen, Auswirkungen zu beurteilen und Grenzwerte festzulegen.

Interessante Jobs in der Industrie

Pharma- und Chemie-Unternehmen sind auf diese Expertise angewiesen. „Die Sicherheit der Produkte ist für sie hochrelevant“, sagt Richling. Den Absolventen öffnen sich somit – neben klassischen Jobs in den Ordnungs- und Veterinärämtern – Perspektiven in der Industrie.

Zum Beispiel beim Ludwigshafener Chemie-Konzern BASF. Dort arbeiten deutschlandweit etwa 40 Lebensmittelchemiker. Zu ihnen gehört Bernd Haber. Er ist seit sieben Jahren im Bereich Nutrition & Health (Gesundheit und Ernährung) tätig. „Nach meinem Studium in Kaiserslautern und der Promotion in Karlsruhe zog es mich in die Wirtschaft“, sagt er.

Über seinen Schreibtisch gehen heute die rechtlichen Zulassungsverfahren und Sicherheitsbewertungen von mehreren Hundert Produkten. Beispielsweise für Vitamine, die oft in Nahrungsergänzungsmitteln stecken, aber auch Farbstoffe, Koffein, Fischöle und andere Hilfsstoffe.

„Bei Nahrungsmitteln sind die behördlichen Bestimmungen sehr streng, ohne Zulassungen geht nichts“, so der 45-Jährige. Der Job führt den Pfälzer um die ganze Welt. Soll etwa ein bekanntes Produkt in China auf den Markt kommen, ist der gesetzliche Rahmen ein anderer als bei uns.

Das Produkt wird dann auf die Anforderungen hin geprüft und im jeweiligen Land regis-triert. „Es ist uns sehr wichtig, unsere Hausaufgaben im Vorfeld zu machen“, so Haber. Auf diese Weise gelangen nur legale und sichere Produkte in die Nahrung.

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