Automobil

Wachstum dank China & Co.


Anlagenbauer Dürr spürt eine wachsende Nachfrage aus Schwellenländern

Bietigheim-Bissingen. Von wegen, ein Auto hat doch jeder: Während Familien in westlichen Industrieländern häufig sogar mehrere Wagen besitzen, können sich viele in aufstrebenden Schwellenländern jetzt erst motorisierte Untersätze leisten. Dort entsteht ein gewaltiger Markt. Heimische Zulieferer der Automobilindustrie machen ihn sich zunutze.

Wie der Dürr-Konzern aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen: Das Unternehmen (Jahresumsatz: mehr als 1 Milliarde Euro) liefert der Autoindustrie Anlagen zum Lackieren, Montieren, Befüllen, Auswuchten und Reinigen. Und sieht seine Wachstumschancen vor allem in China, Brasilien, Indien und Russland.

Viele Auto-Fabriken entstehen

Die Produktionszahlen von Fahrzeugen sprechen eine klare Sprache: Während im Jahr 2009 hierzulande rund 5,5 Millionen Autos gebaut wurden, waren es in China doppelt so viele. Die meisten Hersteller produzieren vor Ort, auch deutsche. Weil es sich häufig nicht rechnet, die Fahrzeuge für den Export hier herzustellen.

Das Beratungsunternehmen PWC erwartet, dass die Welt-Produktion bis 2014 um rund 21 Millionen Fahrzeuge steigt. Und dass die Hälfte in Schwellenländern produziert wird.

Dazu sind dort rein rechnerisch 50 neue Werke nötig. Für den Lackieranlagen-Spezialisten Dürr ist die logische Konsequenz, dabei zu sein: „Unsere Chancen stehen gut, denn die Hersteller wollen deutsche Ingenieurkunst“, sagt Vorstandschef Ralf Dieter, „vorausgesetzt, der Preis stimmt.“

Nachdem die Aufträge im ersten Halbjahr 2009 krisenbedingt um rund 40 Prozent zurückgegangen sind, hat sich der Automobilmarkt für den Konzern im Jahresverlauf insbesondere in den Schwellenländern besser entwickelt als erwartet. Das sorgte bereits Ende des vergangenen Jahres für Ausgleich: Allein von August bis Dezember bekam der Anlagenbauer vier Großaufträge aus China.

Die Kurzarbeit läuft bei Dürr aus

Und im ersten Quartal dieses Jahres verdoppelte sich sogar die Zahl der Aufträge aus aufstrebenden Ländern gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „In China boomt der Absatz geradezu“, freut sich Vorstandschef Dieter.

Mittlerweile beschäftigt Dürr knapp 25 Prozent der weltweit 5700 Mitarbeiter in Schwellenländern. Vor fünf Jahren waren es noch weniger als 15 Prozent.

Die neuen Aufträge sorgen aber auch bei den 3.000 Mitarbeitern in Deutschland für Beschäftigung: Die Kurzarbeit ist inzwischen an fast allen deutschen Standorten beendet.

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