M+E-Industrie

Vorgezogenes Plus


Unternehmen nutzen den Spielraum des Tarifvertrags – Beispiel Audi

München/Ingolstadt. Der offizielle Termin für die Erhöhung des Tariflohns um 2,7 Prozent ist der 1. April 2011. Doch 73 Prozent der Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie erhalten schon vorher mehr Geld.

Das hat eine neue Umfrage der Arbeitgeberverbände bayme und vbm im Februar ergeben. Bei einer früheren Befragung im Dezember war ein Teil der Unternehmen noch unentschlossen gewesen: Damals konnten erst 43 Prozent der Mitarbeiter fest mit einem vorzeitigen Lohnplus rechnen. Seitdem ist dieser Anteil jedoch deutlich gestiegen.

Basis für die vorgezogene Erhöhung ist der Tarifabschluss, auf den sich im Februar des vergan-genen Jahres die bayerischen Metall-Arbeitgeberverbände und die IG Metall geeinigt hatten. Eckpunkte der Vereinbarung orientierten sich an dem kurz zuvor in Nordrhein-Westfalen getroffenen Pilotabschluss. Ein Element des Vertragswerks ist die tabellenwirksame Erhöhung des Tariflohns um 2,7 Prozent zum 1. April.

Mit einer Betriebsvereinbarung können Unternehmen je nach ihrer wirtschaftlichen Lage diese Steigerung um bis zu zwei Monate vorziehen. Oder umgekehrt um bis zu zwei Monate verschieben. Diese zweite Möglichkeit muss in Bayern aber nur ein kleiner Teil der Betriebe nutzen.

„Die Krise erfolgreich bewältigt“

Mehr Geld hatte es für die Mitarbeiter der M+E-Branchen auch im vergangenen Jahr gegeben: im Mai und Dezember einmalig jeweils 160 Euro.

Eines der Unternehmen, das die Tariferhöhung auf den Februar vorgezogen hat, ist der Autohersteller Audi in Ingolstadt. „Mit dieser Entscheidung wollen wir unsere Mitarbeiter an der positiven Entwicklung des Unternehmens beteiligen“, sagt Personalvorstand Thomas Sigi. „Wie die aktuellen Absatzzahlen zeigen, haben wir die Wirtschaftskrise erfolgreich bewältigt.“

Peter Mosch, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, bezeichnet das vorzeitige Lohnplus als „Zeichen der Wertschätzung“.

Audi hat im vergangenen Jahr knapp 1,1 Millionen Autos verkauft – so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Für 2011 wird ein neuer Rekordabsatz angepeilt: 1,2 Millionen.

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