Lehrstellen

Vorfahrt für die Jugend


Packen wir’s an! Die Unternehmen machen jungen Leuten Mut. Auch in schlechten Zeiten wird es ausreichend Lehrstellen geben. Foto: Vario Images

Industrie und Handel versprechen: Bei der Ausbildung wird nicht gespart

Berlin. Trotz Auftragsflaute, Kurzarbeit und Jobkrise – bei den Lehrstellen stehen die Chancen junger Leute in diesem Jahr gut. Es wird ausreichend Ausbildungsplätze ge­ben, kündigte jetzt Arbeits­minister Olaf Scholz an.

Er beruft sich auf eine ak­tuelle Vereinbarung von Wirtschaftsverbänden und Industrie- und Handelskammern (IHK). Demnach läuft der 2007 beschlossene Aus­bil­dungs­­pakt auch im Krisenjahr 2009 ohne Ab­striche weiter. Das Versprechen steht: Die Verbände und Kammern wollen bei ihren Mitgliedern „60.000 neue Lehrstellen und 30.000 neue Ausbildungsbetriebe einwerben“.

Blitz-Umfrage der Kammern

Zwar gilt die Zusage „im Durchschnitt“ der Jahre 2007 bis 2010 – was ein Hintertürchen offenlässt, denn 2008 organisierte die Wirtschaft 86.000 neue Lehrstellen. Insgesamt wurden 616.000 Ausbildungsverträge abgeschlossen; am Ende gab es mehr freie Ausbildungsplätze als unvermittelte Be­werber.

Ludwig Georg Braun, Präsident des IHK-Dachverbandes DIHK: „Die Finanz- und Ab­satzkrise wird am Ausbildungsmarkt nicht spurlos vorübergehen. Ich bin jedoch überzeugt, dass der Pakt auch bei diesen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfolgreich sein wird.“

Dabei stützt er sich auf eine Blitz-Umfrage der Kammern bei 100 Unternehmen: „Neun von zehn Betrieben wollen die Zahl ihrer Ausbildungsplätze konstant halten oder sogar aufstocken.“

Vorfahrt also für die Jugend – die Arbeitsmarktlage ist ja derzeit nicht so rosig. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen um 387.000. (Da­­von sind 331.000 nicht Opfer der Krise, sondern des Wintereinbruchs – ihre Jobs kehren in der Regel im Frühjahr zurück.)

Braun will seine Lehrstellen-Zu­versicht jetzt untermauern – mit einer regelmäßig stattfindenden Groß-Umfrage bei 10.000 Betrieben. AKTIV wird berichten. 

„Strategisches Ziel im Vordergrund“

Norma­lerwei­se geht mit der Konjunktur auch die Ausbildung in die Knie. Doch diesmal, so Braun, stehe für die Firmen „ein strategisches Ziel im Vordergrund: Jetzt ausbilden, damit die notwendigen Fachkräfte vorhanden sind, wenn es wieder besser läuft.“

Das bestätigt Joachim Ul­rich vom Bun­desinstitut für Berufsbildung in Bonn: „Der Ausbildungsmarkt wandelt sich. Es wird deutlich schwieriger für  Unternehmen, geeignete Be­werber zu finden.“

2008 ging die Zahl der Schulabgänger um 34.000 zu­rück, 2009 werden es 37.000 weniger sein. Die Zahl der Schüler dürfte bis 2020 von 8,7 auf 7 Millionen sinken.

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Schlagwörter: Ausbildung

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