Fernsehen

Von Warmduschern & Ameisenstraßen


Wirtschaft ist wichtig für unsere Kinder - deshalb gibt es die Sendung mit der Maus

Die Zahlen sind alarmierend: Jeder fünfte Azubi schmeißt seine Lehre. Inzwischen gibt es in Deutschland 1,3 Millionen Menschen unter 29 Jahre ohne Berufsabschluss. Hauptgrund für die Misere: mangelnde Ausbildungsreife.

„Und falsche Vorstellungen vom Arbeitsleben“, sagt Christoph Biemann (55). Den kennen wir vom Fernsehen: aus „Der Sendung mit der Maus“. Ach ja, der tollpatschige Kerl mit dem grünen Sweat-Shirt! Der sieht zwar lässig aus, doch er hat  ein ernsthaftes Anliegen: Biemann bringt uns viel bei – in Sachen Wirtschaft.

Schon seit 36 Jahren kommt die Maus in unsere Wohnzimmer – und Woche für Woche schauen mehr als zwei Millionen Menschen zu (sonntags, 11.30 Uhr im Ersten und im Kinderkanal KiKa). Das zeigt, wie populär die Sendung ist. Denn hier geht es um Fragen, die wohl jeden interessieren.

Wie kommt eigentlich die Mine in den Bleistift? Aus was wird eine CD gemacht? Wie entstehen Erdnussflips? Wie Fahrradreifen? Und: Wie funktioniert ein Fernseher?

Um solche Fragen zu beantworten, fahren die Maus-Macher wie der Darsteller und Autor Christoph Biemann immer wieder in einen Betrieb – und zeigen’s.

Dort treffen sie häufig auf Menschen, die offensichtlich nicht zufrieden sind mit dem, was sie tun. Biemann macht das nachdenklich: „Das könnte auch an der falschen Berufswahl liegen.“ Damit dies weniger passiert, holen die Maus-Macher den betrieblichen Alltag in unsere Stube – spannend und mit großem Spaß-Faktor.

Denn zwischen den Sachgeschichten taucht immer wieder Christoph auf. Der probiert Dinge aus, die man lieber nicht machen sollte. Etwa mit Stelzen einen Fluss zu überqueren. Das ist lustig. Und die Kinder sehen, ach guck, der weiß ja auch nicht alles.

Harte Arbeit hinter den Kulissen

Dass der Nachwuchs durchaus an Wirtschaft interessiert ist, zeigt etwa eine Bertelsmann-Umfrage vom letzten Jahr: Demnach würden 67 Prozent der 15- bis 20-Jährigen gern mehr darüber wissen.

Was nicht schaden könnte: 42 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, sich bei dem Thema wenig oder gar nicht auszukennen. Deshalb schließen die Maus-Macher eine wichtige Bildungslücke – kinderleicht, damit es jeder versteht.

Was am Ende so locker rüberkommt, ist harte Arbeit, betont Biemann: „Man muss selbst die kompliziertesten Themen total vereinfachen, damit die Zuschauer am Ball bleiben.“ Beispiel öffentliche Wasserversorgung: Die Maus-Story beginnt mit einem warmen Duschbad. Und schildert dann, wie das Nass vom Wasserwerk ins Haus kommt.

Die Welt ist kompliziert. Und überall stößt man auf Begriffe, die kaum jemand wirklich versteht. Beispiel Logistik: Dieses Thema hat sich die Maus-Crew für die kommenden Monate vorgenommen. Sie will es ganz einfach erklären: anhand einer Ameisenstraße! 

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang