Innovation

Von der Sonne verwöhnt


Gefragt: Solche Produktionsanlagen für Solarzellen entstehen bei der Firma Asys in Dornstadt. Anwendungstechniker Timo Wolf überwacht den Testlauf. Foto: Eppler

Der Anlagenbauer Asys profitiert vom Photovoltaik-Boom

Dornstadt. Die Sonne kann richtig gut tun. Das haben viele Betriebe  erkannt. So auch der Automatisierungsspezialist Asys aus Dornstadt: Durch den Einstieg ins Solargeschäft hat er seinen Umsatz um ein Mehrfaches gesteigert und kann die Krise besser überstehen.

Das schwäbische Unternehmen stellt Produktionsanlagen für Leiterplatten her, und seit 2002 auch Anlagen für Solarzellen. Denn der Markt dafür boomt. Die weltweite Produktion von Solarzellen machte zum Beispiel im Jahr 2008 einen gigantischen Sprung und lag um 85 Prozent höher als noch 2007. Das katapultierte gleichzeitig den Umsatz von Asys nach oben – im Jahr 2008 auf 80 Millionen Euro.

Kapazität verdoppelt

1992 war das Unternehmen noch ein Zwei-Mann-Betrieb, gegründet von den Ingenieuren Werner Kreibl und Klaus Mang. Heute beschäftigt es weltweit 700 Mitarbeiter und hat im letzten Jahr sogar seine Kapazität verdoppelt, mit einer 10-Millionen-Euro-Investition am Hauptsitz.

Und das leisten die Maschinen, die dort entstehen: Im sogenannten Siebdruck-Verfahren werden auf Silizium- Scheiben („Wafer“) Leiterbahnen aufgedruckt. Diese sammeln die Sonnenenergie und leiten den Strom weiter. Das Aufbringen der Leiterbahnen ist schwierig, denn die Wafer sind dünn, bruchempfindlich und teuer. Asys ist hier Experte und stellt alles selbst her, um sein Know-how zu sichern – sogar die einzelnen Metallteile.

Die Solarzellen, die auf diesen Anlagen entstehen, müssen erst noch zu Modulen zusammengesetzt werden, um Strom zu erzeugen – das sind die großen Teile, die auf vielen Dächern zu sehen sind.

In diesem Jahr wieder wachsen

In Deutschland ist Asys führend auf seinem Gebiet. In der Europäischen Union teilt sich die Firma mit drei Wettbewerbern den Markt. Der Solarbereich trägt inzwischen 70 Prozent zum Umsatz bei. „Da geben wir mit unseren Linien den Ton an“, sagt Firmenchef Mang. Asys war der erste Hersteller, der die Fertigungslinien zweispurig baute und so deren Produktivität verdoppelte. Jetzt arbeitet er an dreispurigen Linien.

2009 zogen allerdings für die sonnenverwöhnte Asys Group Wolken am Himmel auf. „Im April waren die Neuaufträge wie abgeschnitten“, sagt Firmenchef Kreibl.

Vor allem Anlagen zur Leiterplatten-Fertigung waren weniger gefragt. 2009 sank der Umsatz auf 54 Millionen Euro. Kreibls Kompagnon Mang sagt: „Diese Marke wollen wir in diesem Jahr mithilfe der Sonne halten und mit der erstarkenden Weltwirtschaft auch wieder steigern.“

Die Zeichen stehen gut. Während bei den Produzenten der Module ein harter Wettbewerb herrscht, ist die Konkurrenz bei den Anlagenbauern überschaubar. Für Mang gibt es im Geschäft mit der Sonne nur einen Weg, um erfolgreich zu bleiben: „Wir müssen mit permanenten Verbesserungen unseren technologischen Vorsprung halten.“

 

Übrigens ...

Hier entstehen Arbeitsplätze

Deutsche Maschinen sind für die Produktion von Solarmodulen begehrt, und deshalb sind deren Hersteller zuversichtlich: Nur 15 Prozent befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Und: Mehr als die Hälfte dieser Maschinenbauer plant im laufenden Jahr sogar Personalaufbau. Das ergab jetzt eine Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau.

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