Ehrenamt

Von Bayern nach Südafrika: Wie eine Elektronikerin in einem Kinderheim mithilft


Klingenberg. Gejammer erträgt sie jetzt noch weniger als früher, seit ihren Eindrücken aus Afrika. „Wir dürfen hier in Deutschland schon sehr zufrieden sein“, findet Elektronikerin Jessica Wienand (20), eine Mitarbeiterin des Unternehmens Alexander Wiegand (WIKA) im unterfränkischen Ort Klingenberg.

Unmittelbar nach ihrer Ausbildung arbeitete sie von März bis Juni dieses Jahres im Kinderheim „New Beginningz“ in Pretoria, der Hauptstadt von Südafrika.

Ihr Technikwissen kann sie im Alltag gut nutzen

In dem Heim kümmerte sich Wie­nand um 35 Kinder im Alter von drei Wochen bis fünf Jahre. Mit ihnen singen, spielen, ihnen Zuwendung geben: Die junge Deutsche leistete in einem Betreuerteam all das, was die Eltern nicht konnten – denn sie sind Opfer von Gewalt oder Drogenabhängige.

„Wir haben Jessica gern für die vier Monate in Südafrika freigestellt“, sagt Yvonne Busch, die Ausbildungsleiterin von WIKA. Wienand habe sich auch während ihrer Ausbildung in der Firma sozial engagiert. „Sie half zum Beispiel in der Ferienbetreuung von Kindern unserer Mitarbeiter“, erzählt Busch. Und sie unterstützte Praktikanten in der Firma – einem Spezialisten für Druck- und Temperaturmessung.

„Ich bin froh, dass ich diese Chance in Südafrika hatte“, sagt Wienand. 2.500 Euro hat sie für das Abenteuer aus eigenen Mitteln investiert, unter anderem für Flug und Unterbringung.

Eine Woche Safari-Urlaub war auch noch drin. Der westliche Lebensstil habe ihr kaum gefehlt da unten, am Rande einer Armensiedlung mit Dreck, Not und Gewalt. Eher die Freiheit: „Dass ich später in Deutschland wieder ohne Bedenken aus dem Haus gehen konnte, das habe ich plötzlich sehr genossen.“

Mitgebracht hat sie schöne Erinnerungen an herzliche, neugierige Kinder. Haften bleibt auch das lockerere Zeitgefühl. „Dort ist der Alltag voller Rhythmus. Es wird sehr viel gesungen – und schon die Kleinen haben einen sagenhaften Hüftschwung!“ Weil sie Gitarre spielt, half ihr die Musik als universelle Sprache weiter – auch Trost gegen Heimweh.

Nebenbei besserte die junge Facharbeiterin ihr Englisch auf. Und sie setzte ihr Technikwissen im Alltag ein: Als eines Nachts kochend heißes Wasser aus einem Boiler floss, behielt sie einen kühlen Kopf und regelte das Ventil.

Ihr Fazit: Sie sei entspannter geworden: „Was wir hier schnell ein Riesenproblem nennen, wird dort mit Ruhe und Gelassenheit angegangen – und einfach ­gelöst.“

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Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Ich habe auf einem Schnuppertag für Schülerinnen, dem Girls’ Day, gemerkt, dass mir Technik Spaß macht. Nach Praktika bei WIKA und der Mittleren Reife begann ich die Ausbildung zur Elektronikerin.

Was gefällt Ihnen besonders?
Die Vielfalt an Messgeräten, die ich im Kalibrierlabor überprüfe und neu einstelle. Sie fordern mich immer wieder neu.

Worauf kommt es an?
In der Messtechnik muss jeder sehr genau und zuverlässig arbeiten. Das liegt mir.

Unternehmen in diesem Artikel

WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG

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WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG
Alexander-Wiegand-Straße 30
63911 Klingenberg am Main

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