Betriebstreue

Vom Uropa zur Enkelin: Was Familie Trißler mit dem Zulieferer Schaeffler verbindet

Herzogenaurach. „Schaeffi“ gehört genauso zur Familie wie Pudel Timmy – das Firmenmaskottchen hat sogar einen festen Platz in Omas Vitrine. Für Svenja Trißler (23) ist das Biegepüppchen mit den blauen Kulleraugen, einst Werbefigur des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler in Herzogenaurach, eine Erinnerung an ihre Kindheitstage.

Jetzt darf die Figur fürs Foto ausnahmsweise sogar mit an den Arbeitsplatz. Denn inzwischen ist die Industriekauffrau selbst Mitarbeiterin von Schaeffler. Sie repräsentiert die vierte Generation ihrer Familie im Unternehmen!

Vater, Mutter, Uropa, Oma, Onkel, Tanten, ein ganzes Heer an Verwandten ist und war bei Schaeffler beschäftigt. Würde man die Betriebszugehörigkeit aller zusammenzählen, käme man auf mehrere Hundert Jahre.

Nicht nur Familie Trißler ist ihrem Unternehmen lange treu: Im Durchschnitt bleiben Schaeffler-Mitarbeiter im Inland 16,2 Jahre im Betrieb – fast 5 Jahre länger als im Mittelwert deutscher Firmen.

„Es ist schon komisch, wenn mich Mitarbeiter einer anderen Abteilung mit meinem Namen ansprechen, obwohl ich sie vorher noch nie gesehen habe“, sagt Svenja Trißler. Doch das macht der jungen Frau nichts aus, ganz im Gegenteil.

„Viele kannten mich eben schon als kleines Kind – von den Familienfotos auf Papas Schreibtisch.“ Und manchmal öffnen die unverhofften Kontakte sogar Türen. „Es ist immer gut, ein Netzwerk im Betrieb zu haben“, sagt Trißler dazu lächelnd.

Sie arbeitet im Anforderungsmanagement und kümmert sich um Softwareprojekte in der Firma, wenn zum Beispiel eine Abteilung neue elektronische Formulare oder Computerprogramme benötigt. Braucht sie Informationen zu Produkten oder will sie wissen, wer für etwas zuständig ist, fragt sie erst mal ihre Familie. „Die verstehen gleich, was ich meine, denn sie wissen über vieles im Betrieb Bescheid.“

Bei Tisch wird nicht über Arbeit geredet

Eine eiserne Regel gilt bis heute jedoch zu Hause: Nämlich, dass beim Essen nicht über die Arbeit gesprochen wird. „Man muss auch mal abschalten“, sagt Trißler.

Ihr Urgroßvater Samuel, inzwischen verstorben, war vor gut 60 Jahren der erste Trißler im Betrieb. Er wurde 1952 als Schlosser eingestellt und blieb bis zur Rente. Sein Enkel Arnold, Svenjas Vater, folgte nach: Er begann 1979 eine Ausbildung als Industriemechaniker bei Schaeffler und leitet dort heute die Produktgruppe Schaltungen. Mütterlicherseits war schon die Oma bis zum Ruhestand im Unternehmen tätig.

Natürlich haben die Eltern Tochter Svenja zur Bewerbung bei Schaeffler geraten. „Doch sie wären auch nicht böse gewesen, wenn ich es woanders probiert hätte.“ Wie ihr Bruder. Der macht zurzeit eine duale Ausbildung – in einem anderen Betrieb.

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Nach dem Fachabitur habe ich, wie meine Mutter, eine Lehre als Industriekauffrau gemacht. Jetzt habe ich mein Bachelor-Studium abgeschlossen.

Was reizt Sie am meisten?
Ich mag Kommunikation und den Kontakt zu Menschen. Hier habe ich jeden Tag mit Mitarbeitern aus ganz unterschiedlichen Abteilungen zu tun.

Worauf kommt es an?
Wenn man wie ich Veränderungen anstoßen will, braucht man fachliches Verständnis für Prozesse.


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