Gesundheit

Vom Milchzahn bis zum Implantat


Hessische Unternehmen „mit Biss“: Was die Chemie für unsere Zähne leistet

Morgens heißt es Zähne putzen! Dazu nehmen wir Zahnpasta. Warum eigentlich? „Sie schützt durch ihre Inhaltsstoffe alle Bereiche im Mund, die der Zahnarzt überprüft“, erklärt Melanie Fischer, Spezialistin für Mundhygiene beim Konsumgüterhersteller Procter&Gamble in Schwalbach.

In der Zahnpasta-Produktion („blend-a-med“) am Standort Groß-Gerau werden die Wirksubstanzen sorgfältig kombiniert: Natriumhexametaphosphat bildet etwa eine Schutzschicht auf den Zähnen und wirkt Zahnstein entgegen.

Füllungen mit natürlichem Glanz

Zinnfluorid verhindert, dass sich schädliche Bakterien im Mund vermehren. Kaliumnitrat vermindert Überempfindlichkeiten der Zähne auf heiß, kalt, süß oder sauer. Natriumfluorid härtet den Zahn im Kampf gegen Karies. Dennoch lässt sich der Gang zum Zahnarzt meistens nicht vermeiden.

Die Zeiten dunkler Plomben sind vorbei, perfekte Restaurationen sind angesagt. Zahnfarbene Füllsubstanzen waren bislang allerdings weniger haltbar als Amalgam.

Die Dentalspezialisten von Heraeus in Hanau fanden jedoch einen Weg, geeignetes Material langlebig und abriebfest zu machen. Sie nutzen Glas- und Keramikpartikel, die der Füllung transparenten Glanz und Lichtspiel wie im natürlichen Zahn verleihen. Ein Molekül („Tricyclodecan-Urethan-Monomer“) verhindert zudem feine Risse in der Füllung, wenn sie beim Aushärten schrumpft.

Die gleiche Keramik bremst Sportwagen

In Dillenburg entwickelt und produziert Müller-Omicron Präzisionsabform-Materialien für Zahnärzte und Kieferorthopäden in aller Welt. Für maßgeschneiderte Kronen, Brücken, Inlays oder Implantate braucht man  nämlich einen exakten Gebiss-Abdruck.

Dazu beißt der Patient auf eine Abformmasse. Der Abdruck dient dann als Grundform. „Nur wenn das richtige Abformmaterial verwendet wird, passt eine Krone perfekt“, weiß Jens Günther, Marketing-Chef bei Müller- Omicron. Der Clou: Die Komponenten härten ohne Materialverlust (etwa durch Verdunstung) aus. Die Masse schrumpft nicht und sorgt so für exakte Ergebnisse.

Auch Teile für den Zahnersatz kommen aus Hessen. In Hanau-Wolfgang arbeiten rund 500 Mitarbeiter im Europäischen Zentrum für Prothetik von Degudent. Sie sind auf Hightech-Werkstoffe spezialisiert wie Zirkonoxid.

Verblüffend: Diese extrem feste und stabile Keramik, aus der Gerüste für Zahnkronen und -brücken gefertigt werden, dient auch als Bremsen-Komponente in Sportwagen.

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