Innovation

Voller Durchblick, wenn die Funken fliegen


Hema baut Schutzsysteme für Maschinen

Seligenstadt. Drehbank, Bohr- oder Fräsmaschine? Wer in einem modernen Industriebetrieb diese Geräte sucht, kann sie vielleicht noch in der Ausbildungswerkstatt finden. In der Produktion wurden sie längst durch moderne Bearbeitungszentren ersetzt. Unter aufwendig konstruierten Schutzsystemen bringen Roboterarme die Metallteile in die gewünschte Form. Fahrständer mit schnell drehenden Werkzeugen sausen in atemberaubendem Tempo hin und her, rauf und runter. Funken sprühen, Metallspäne fliegen und Schmierflüssigkeiten spritzen in alle Richtungen. Die Umgebung und hochempfindliche technische Geräte aber bleiben dank der Abdeckung sauber.

„Die variablen Verkleidungen, die den Bewegungen des Fahrständers folgen, müssen enormen Beanspruchungen standhalten“, sagt Steffen Walter, Geschäftsführer von Hema in Seligenstadt. Das Unternehmen mit weltweit 300 Beschäftigten entwickelt und konstruiert seit mehr als 30 Jahren solche flexiblen Abdeckungen für den Maschinenbau und die Automationsindustrie. Und überrascht mit immer wieder neuen Lösungen.

Faltenbälge ähneln einer Ziehharmonika

Materialien im Dauerstress: Vibrationen, Beschleunigungs-und Bremskräfte müssen die Ummantelungen ebenso wegstecken wie Temperaturen von 600 Grad oder mehr. Für jeden Kunden werden die Schutzsysteme individuell angepasst, je nach Maschine und Zubehör. „Dabei verstehen wir uns als Systemlieferant, der die Maschine stets als Ganzes sieht“, sagt Uwe Czupalla, Leiter der Fertigung bei Hema.

So setzen die Spezialisten bei der Verkleidung meistens auf Faltenbälge, die sich ähnlich einer Ziehharmonika den Bewegungen von Werkstück und Maschinen anpassen. Je nach Bedarf werden sie auch als Teleskopsystem oder über Eck montiert. Für klaren Blick ins Innere der CNC-Bearbeitungsmaschine sorgen die Hema-Drehscheiben an den Innenseiten der Sichtfenster.

Die richtige Technik kann Leben retten

„Durch ihre hohen Drehgeschwindigkeiten von über 2.300 Umdrehungen pro Minute halten sie den Innenraum an dieser Stelle frei von Spänen und Spritzwasser. So garantieren sie dem Maschinenbediener den vollen Durchblick, und er gerät nicht in den lebensbedrohlichen Versuch, bei offener Tür zu arbeiten“, sagt Geschäftsführer Steffen Walter. Seine Produktpalette von Faltenbälgen, Drehfenstern, Rollo-Systemen, Spindelschutz und Stahlabdeckungen hat Hema zudem um einen neuen Geschäftsbereich erweitert – pneumatisch mit vier oder sechs Bar Luftdruck arbeitende Klemm- und Bremssysteme. Sie versehen auch bei Stromausfall oder einem Versagen der Luftversorgung zuverlässig ihren Dienst. Schwere Lasten oder Einhausungen im Fallen zu stoppen, kann im Notfall Menschenleben retten.

Den Einstieg in die neue Technologie schaffte Hema als Lizenz. Doch die Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung haben sie immer weiterentwickelt, und neue Produkte sind hinzugekommen. „Innovation endet nie!“, ist Geschäftsführer Walter überzeugt. Denn vor allem solche intelligenten Lösungen sind es, die Hema immer weiter vorangebracht haben. Und das soll auch so bleiben.

Spezialisten auch in Zukunft gefragt

Deshalb ist die Entwicklungsabteilung aktuell ganz besonders gefordert. Der Bedarf ist schließlich da. Trotz Finanzkrise und Umsatzeinbruch wird deshalb weiter in die hochmoderne CNC-Fertigung investiert, in der es auf mikrometergenaue Präzision ankommt. Walter: „Die Maschinen werden größer, die Anwendungen komplizierter. Da brauchen die Maschinenbauer einfach Spezialisten wie uns, die Probleme lösen können.“

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