Millionen-Investition

Verotec baut Produktion von extrem leichten Bauplatten aus

Lauingen. Zwei Männer stehen auf einer superdünnen Platte: Dirk Franz, Geschäftsführer von Verotec in Lauingen, und Produktionsleiter Gerhard Datismann. Beide wippen vergnügt auf der Schräge. Die biegt sich zwar unter dem Gewicht, bricht aber nicht – wie das etwa bei Gipskartonplatten der Fall wäre.

Was macht das Material so stabil? „Vulkanstein und Blähglas“, verrät der Chef. Dünne, leichte und extrem stabile Platten für Fassaden im Trockenbau sind die Spezialität der Tochter des Baustoff-Herstellers Sto in Lauingen. Ihr Vorteil: „Unsere Produkte wiegen zwei- bis dreimal weniger als andere Bauplatten, sie sind stoß- und schlagfest, schimmelresistent, frost- und hitzebeständig“, erklärt Franz. Und sie „atmen“.

Über zwei Verfahren zur Herstellung verfügt der Betrieb. Eins nutzt Blähglas als Füllstoff. Dazu erhitzt man fein gemahlenes Altglas und bläht es zu leichten, offenporigen Kügelchen auf. Den zweiten Leichtfüllstoff (Verolith) hat die Firma über vier Jahre selbst entwickelt. Seit 2015 läuft die Produktion.

„Wir nutzen Vulkangestein, sogenanntes Perlit, das weltweit verfügbar ist“, sagt Franz. Der Baustoff ist so begehrt, dass Verotec seine Produktionskapazitäten verdoppelt und dafür 16 Millionen Euro investiert. Doch wie wird aus dem löchrigen Gestein eine Bauplatte?

Betriebsleiter Datismann zeigt auf eine knapp zehn Meter hohe Anlage: „Wir vermahlen es fein, sieben es und erhitzen es in Hochtemperaturöfen auf 600 bis 1.000 Grad Celsius.“ Dann fällt die Masse acht Meter nach unten durch verschiedene Temperaturzonen. Was das bewirkt, erklärt der Experte so: „Wir erhitzen das Material bis zur Erweichungstemperatur, im Fallen entweicht das darin gebundene Kristallwasser, und das Material bläht sich auf.“

Was rauskommt, sieht wie Sand aus, ist aber viel leichter und gleichmäßig rund. Ein Teil der winzigen Hohlkugeln wird lose verkauft, etwa für Gussformen oder als Zuschlagstoff für die Bauchemie. Normalerweise aber wird das Produkt vor Ort verarbeitet: „Je nach Art der Platte verwenden wir Variationen unserer beiden Ausgangsmaterialien“, so der Betriebsleiter.

Das Blähglasgranulat eignet sich zum Beispiel für lärmdämmende Akustikplatten, da ihre Struktur den Schall besser absorbiert. Für Zierelemente im Fassaden- und Schiffsbau nimmt man eher das Vulkanstein-Material.

Letztes Jahr stellten die 133 Mitarbeiter im Werk an der Donau insgesamt gut 1,36 Millionen Quadratmeter Leichtbauplatten her.


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Hans-Martin-Schleyer-Straße 1
89415 Lauingen

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