Straßen-Transport

Verladung wird zur Zentimeterarbeit


Mehr als zwei Monate dauern die Vorbereitungen für eine Fahrt nach Genua

Harsum. Jürgen Breymanns wichtigste Handwerkszeuge sind der Kalender und die Landkarte. Der Logistikleiter der Jensen GmbH sorgt dafür, dass die riesigen Anlagen des Mittelständlers aus dem idyllischen Harsum bei Hildesheim zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sind.

So auch kurz vor Jahresende: 19 Meter lang, 2,5 Meter breit, gut 16 Tonnen schwer und 3,25 Meter hoch ist die Maschine, die er dieses Mal auf die Reise geschickt hat. Das Ziel: Bolzaneto nahe Genua. Auch eine Wäscherei an der Mittelmeerküste setzt auf niedersächsische Maschinenbautechnik.

„Wir haben im Moment wieder ganz ordentlich zu tun“, sagt Albert Steffen, Mitglied der Geschäftsführung. Doch von einem Ende der Krise will er keineswegs sprechen. Die Jensen GmbH, die weltweit zu den führenden Herstellern von gewerblichen Wäschereimaschinen zählt, gehört in der Metall-Industrie zu den wenigen Firmen, die zu Beginn des neuen Jahres ohne Kurzarbeit über die Runden kommen.

Was Jensen zurzeit fertigt, geht vor allem ins Ausland. So auch die jüngste Großanlage. „Sie wird in Genua Berufskleidung für Krankenhäuser reinigen“, berichtet Logistik-Chef Breymann. Als er vor gut zwei Monaten mit der Planung begann, wusste er nicht, ob und  wann der Winter kommt. Und ob der Brenner, Nadelöhr auf dem Weg in den Süden, Probleme bereitet.

Nur eines wusste er: Für den Transport musste ein Sattelschlepper her, mit dem er wegen seiner Überlänge in jedem Auto-Quiz gute Karten hätte.

Im österreichischen Wörgl wurde er fündig. Ein Spediteur fuhr regelmäßig die Tour nach Lübeck. Auf dem Rückweg legte er nun einen Zwischenstopp in Harsum ein. Die Fracht wurde zum Schnäppchen. „3.500 Euro, das ist sehr günstig. Sonst hätten wir locker gut und gerne 10.000 Euro hinblättern müssen“, sagt Breymann.

Bundesstraße gesperrt

Einen halben Tag dauert die Verladung, um das Schwergewicht auf das Tiefbettfahrzeug zu hieven. Zentimeterarbeit war es, bis das Ungetüm die Fertigungshallen verlassen hatte.

Draußen wartete schon die Polizei. Die Bundesstraße bis zur nahen Autobahn musste gesperrt werden. Wenige Kilometer ging es bis zur A7, dann immer geradeaus in Richtung Süden. „Für die Autobahn hatten wir uns natürlich eine Sondergenehmigung besorgt“, berichtet Breymann. „Das war kein aber Problem, weil das Fahrzeug nicht länger als 21 Meter war.“ Und auch den Brenner hat der Super-Brummi geschafft.    

 

Info: Jensen-Gruppe

Die Jensen-Gruppe Maschinen plant, entwickelt, produziert, installiert und wartet Systeme für Miettextilbetriebe, Industriewäschereien, Zentralwäschereien sowie Krankhaus- und Hotelwäschereien.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen 1.100 Mitarbeiter, davon gut 200 am Standort Harsum. Sie sorgen für die Entwicklung und die Produktion von Waschstraßen, Pressen und Trocknern sowie für den Vertrieb der gesamten Jensen-Produktpalette in Deutschland und Osteuropa. 1998 wurde die Hildesheimer Senkingwerk GmbH übernommen.

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