Textile Kunst

Verhüllungsprojekt „Floating Piers“: Christo setzt auf Stoff von Setex aus Hamminkeln

Greven. In wenigen Tagen ist es so weit! Nein, jetzt geht es mal nicht um grünen Fußballrasen. Sondern um leuchtend gelbe Stoffbahnen.

Dieses Polyamid-Gewebe von Setex aus Greven umschließt vom 18. Juni bis zum 3. Juli das neueste Kunstprojekt des bekannten Verhüllungskünstlers Christo – und zwar in Norditalien: die „Floating Piers“. Drei Kilometer lang und 50 Zentimeter hoch werden 200.000 miteinander verbundene Kunststoffwürfel als Steg auf dem Iseo-See schwimmen.

Der kleinste der vier oberitalienischen Seen kommt damit groß raus. „Die ganze Konstruktion ist in einen intensiven Dahlien-gelben Stoff gehüllt“, so Setex-Geschäftsführer Konrad Schröer. Betreten erlaubt – auch barfuß!

Das Gewebe wird einiges aushalten müssen. Deshalb sind die gut 100.000 Quadratmeter Stoff, die acht Wochen lang auf zwei Webmaschinen in Greven produziert wurden, wasserfest und schmutzabweisend ausgerüstet. „Christo hat sogar noch mal nachgeordert und weitere 15.000 Quadratmeter bestellt“, erzählt Schröer.

In vielen seiner Projekte der vergangenen Jahre hat der heute 81-jährige Künstler immer wieder Textilien aus dem Münsterland verarbeitet. Dazu gehörten etwa die verhüllten Bäume „Wrapped Trees“ in Basel in der Schweiz (1998) oder die Tore „The Gates“ im New Yorker Central Park (2010). Auch das schimmernde Textil, das 1995 den Reichstag in Berlin verhüllte, stammte damals aus der Weberei Schilgen in Greven, die 2013 von Setex übernommen wurde.

Jetzt also der Iseo-See. „Ich fahre selbst hin, um es mir anzuschauen“, sagt Schröer. Wie auch einige seiner Mitarbeiter. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, die eigene Arbeit so spektakulär präsentiert zu sehen?“


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