Familienbetrieb

Vater und Sohn mit Erfindergeist

Ober-Ramstadt. „Klar habe ich ein Smartphone, was anderes würde er gar nicht zulassen“, sagt der 84-jährige Ernst-Erich Pollmeier augenzwinkernd mit Blick auf seinen Sohn Stefan.

Die Ähnlichkeit der beiden Ingenieure ist unverkennbar. Doch sie verbindet noch viel mehr – vor allem die Leidenschaft für eine moderne Produktion, in der sich alles wie von Zauberhand dreht und bewegt. Und genau dafür entwickelt und liefert ihr Unternehmen ESR Pollmeier in Ober-Ramstadt (35 Mitarbeiter) Servo-Antriebssysteme und Komponenten.

Jahrzehntelang hat der Senior und Firmengründer Unternehmen geholfen, die fortschreitende Automatisierung zu stemmen. Sohn Stefan, 55 Jahre alt und Geschäftsführer von ESR, ging den nächsten Schritt und formte den Betrieb zu einem Ausrüster der Industrie 4.0. „Bei dieser immer stärkeren Vernetzung von Automatisierung und Informationstechnologie sind wir richtig fit“, betont Stefan Pollmeier.

Da ihm das Thema am Herzen liegt, engagiert er sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Gemeinschaftsausschusses Kommunikation in der Automation im ZVEI (Zentralverband der Elektroindustrie).

Kappen auf Zahnpastatuben schrauben und Bürsten für Staubsauger zuschneiden

Angefangen hatte für ESR alles 1969 mit der Gründung eines Ingenieurbüros für industrielle Elektronik. Eines der ersten Projekte war die Paketverteilanlage der Post in Frankfurt. Heute sind über 100.000 Antriebe von ESR weltweit im Einsatz. Die Servoantriebe mit versteckten Computern steuern Maschinenbewegungen schnell und punktgenau, ob in der Halbleiterfertigung oder beim Automobil-Zulieferer.

So ist ESR-Technik dabei, wenn Kappen automatisch auf Zahnpastatuben geschraubt, CD-Roms beschichtet und Staubsaugerbürsten zugeschnitten werden. Und sie steuern den Antrieb von Teleskopen, die der Bewegung von Satelliten am Himmel folgen.

Auf Wunsch entwickelt ESR individuelle Lösungen und bietet den Kunden einen Komplettservice an, bis hin zu Reparatur und Ersatzteilversand während der gesamten Lebensdauer der Maschinen.

Sonderanwendungen gibt es ab Stückzahl eins. Stefan Pollmeier: „Und für die Produktionsüberwachung per Smartphone oder Tablet-PC liefern unsere Antriebe wichtige Daten.“

Geistig und körperlich fit, kann sich auch der Senior dafür immer noch begeistern: „Seit meinem Ingenieurstudium vor rund 60 Jahren erlebe ich eine gewaltige technische Entwicklung, die mich total fasziniert.“


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