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Unterwegs mit dem InfoMobil der M+E-Branche


Köln. Raus aus dem Klassenzimmer, rein in einen blau-silberglänzenden Bus, der voller Überraschungen steckt: Drinnen beugt sich die 16-jährige Kimberley mit ihrer Freundin Maja über das Modell einer Produktionsanlage, drückt einen Knopf – und staunt, als die Maschine sich bewegt.

Klötzchen rutschen auf einen Drehteller, ein Sensor prüft die Farbe – und teilt einer Mini-Bohrmaschine mit, ob sie das Teil bearbeiten soll oder nicht. Eine Station weiter lernen die beiden spielerisch, wie ein Getriebe funktioniert. Willkommen in der faszinierenden Welt der Metall- und Elektro-Industrie.

Die beiden Neunt-Klässler einer Kölner Gesamtschule sind in ein InfoMobil der M+E-Branche eingestiegen. Und mit ihnen sieben weitere Schüler.

Insgesamt touren neun dieser 330 PS starken und 18 Tonnen schweren Gelenkbusse durch die Republik, um über Ausbildungsberufe in Deutschlands wichtigstem Wirtschaftszweig zu informieren. Dabei muss nicht nur das Innenleben der Fahrzeuge auf dem neuesten Stand sein. Sondern auch das Bordpersonal.

Versierte Fachkräfte für den Wettbewerb

Wie etwa Ausbildungsberater Frank Schütte, der mit dem InfoMobil vor allem in Nordrhein-Westfalen unterwegs ist und heute in Köln Schülern Rede und Antwort steht. Der 51-Jährige erklärt ihnen zum Beispiel, dank welcher technischer Entwicklungen Handys immer intelligenter werden.

Die würden heute vor allem in Fernost gefertigt, „da sind die Arbeitskosten viel niedriger“, betont er. „Wir haben nur mit modernsten Maschinen eine Chance im internationalen Wettbewerb. Und mit versierten Fachkräften. Deshalb suchen die Betriebe Nachwuchs. Wie euch.“ Schütte, das merken die Youngster schnell, kennt sich aus. Auch, weil er sich ständig auf dem Laufenden hält.

Anfang des Jahres hatte er gemeinsam mit sechs weiteren InfoMobil-Beratern an einer Fortbildung teilgenommen, bei Ford in Köln. Der Autobauer hat an seinem deutschen Hauptsitz fast 700 Lehrlinge unter Vertrag.

Hier erfuhr Schütte etwa, dass viele Jugendliche mit dem Beruf des „Verfahrensmechanikers für Beschichtungstechnik“ überhaupt nichts anfangen können. Dabei ist dies nur eine neue Bezeichnung für den guten alten Lackierer. Ein wichtiger Hinweis für die InfoMobile-Truppe: „Da sind wir gefragt, das müssen wir im Bus rüberbringen“, so Schütte.

Lehrer kennen M+E-Berufe kaum

Beim Rundgang durchs Ausbildungszentrum stellen die Männer fest, dass selbst ein so großer Arbeitgeber wie Ford zu wenig Bewerber für eine Lehre zum Werkzeugmechaniker findet. Die Lehrer würden die M+E-Berufe kaum kennen, sagt Ford-Ausbilder Wilhelm Weyermann: „Also informieren sie auch zu wenig darüber.“ Das Wissensdefizit ließe sich leicht beheben, nur: Es gebe einfach nicht genug Lehrkräfte, die das Info-Angebot bei Ford nutzen würden.

Für das Bus-Team war der Besuch wieder einmal ein interessanter Ausflug in die betriebliche Praxis. „Ein kleines Update“, sagt dazu Schütte.

In Köln macht er heute gute Erfahrungen mit den Lehrkräften. Mit an Bord gekommen ist Michael Remppis, der an der Gesamtschule das Fach Technik unterrichtet

Der Pädagoge und gelernte Orgelbauer ist fasziniert, was der Bus an Technik zu bieten hat. „Alles, was von der Wirtschaft an der Schule andockt, ist gut und wichtig“, betont er. „Als die Schüler hörten, es geht hier drinnen auch um Computersteuerung – da waren sie hellauf begeistert.“

Remppis hat mit Schüttes Bus noch mehr vor: „Demnächst werden wir den auch für unsere Berufswahlmesse ordern. Ist doch ’ne super Sache.“

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