Frauen und Technik

Unter Männern: Cornelia Felbrich hat als Ingenieurin bei Audi Karriere gemacht

Wurde früher schon mal für die Sekretärin gehalten: Ingenieurin Cornelia Felbrich. Foto: Werk

Ingolstadt. Cornelia Felbrich (49) war schon immer von Männern umgeben. Die Ingenieurin wuchs mit zwei älteren Brüdern auf. Als Mädchen spielte sie fast nur mit Buben. Und im Studium saß sie mit etlichen männlichen Kommilitonen im Hörsaal.

Auch als sie vor 24 Jahren als eine der ersten Ingenieurinnen in der Technischen Entwicklung von Audi in Ingolstadt begann, kam Felbrich in eine Männer-Domäne. Dort hat sie Karriere gemacht.

Heute leitet die Mutter eines Sohnes den Bereich „Analyse und Messtechnik“ und ist die Chefin von 25 Mitarbeitern. Die Abteilung prüft zum Beispiel, ob Airbags korrekt auslösen oder Geländefahrzeuge wie der Audi Q7 durch unwegsames Gebiet kommen.

Der Arbeitsalltag für Frauen habe sich in den letzten 20 Jahren stark verändert. Früher, so Felbrich, sei man als Frau unter den damals 2.000 Mitarbeitern der Audi-Entwicklung aufgefallen. Dadurch sei man schneller im Fokus der Kollegen und Vorgesetzten gewesen. „Besucher haben mich wiederum schon mal für die Sekretärin gehalten“, sagt sie lächelnd.

Heute sind Ingenieurinnen bei Audi nicht mehr ungewöhnlich. Der Frauenanteil hat sich stetig nach oben entwickelt und liegt aktuell bei 14,6 Prozent. Die Zahl der Managerinnen hat sich in den letzten zehn Jahren sogar fast verdoppelt.

Managerin Felbrich freut sich darüber. Ob sie fast ausschließlich unter Männern arbeiten wolle, das hat sich die Audi-Frau nie gefragt. „Man sollte einen Beruf ergreifen, wenn man Interesse und Freude an ihm hat“, findet sie. „Dann hat man Erfolg.“

Schon in ihren Anfangszeiten bei Audi ist sie als Ingenieurin geschätzt worden. Richtig kompliziert sei es als Frau selten geworden. „Sobald die Männer merken, dass man Interesse und Ahnung hat, akzeptieren sie einen sehr schnell.“

Gemeinsam zu arbeiten, tut dem Miteinander in den Abteilungen gut, so Felbrichs Erfahrung. „Jeder hat seine menschlichen Stärken, die er einbringen kann. Man kann sich gegenseitig dabei unterstützen, ein Netzwerk aufzubauen. Das alles fördert den sozialen Umgang.“

Felbrich wäre froh, wenn noch mehr junge Frauen in ihre Fußstapfen träten: „Meine Aufgaben sind spannend – ich kann viel bewegen und meine Leidenschaft für Technik ausleben.“

Mädchen und jungen Frauen müsse man die Möglichkeiten in der Autobranche aufzeigen. Deshalb engagiere sich Audi etwa beim „Girls’ Day“ und veranstalte regelmäßig „Mädchen für Technik“ und „Forscherinnen-Camps“. Felbrich meint: „Wir sind auf einem guten Weg – aber es geht immer noch mehr.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Durch die Begeisterung für Mathematik und die Überlegung, dass man als Ingenieurin gute Perspektiven hat. Deshalb habe ich Technische Mechanik studiert.

Was reizt Sie am meisten?
Technische Zusammenhänge zu analysieren und Lösungen zu schaffen, die ich am fertigen Fahrzeug erleben kann.

Worauf kommt es an?
Auf komplexes Denken, selbstbewusstes und sachliches Auftreten. Das Wichtigste sind Leidenschaft für die Aufgabe und das Produkt.


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