Technik

Unfall-Schutz


Feines Gespür: Der Sensor mit Kabel ist interessant für Gebäude mit viel Glas – wie den 146 Meter hohen O2-Tower in München. Fotos: ISC, Vario

Sensoren erkennen minimale Risse in Glasscheiben

Würzburg. Das gefährdet Menschenleben: Von Hochhäusern stürzen immer wieder einmal Elemente der Glasfassaden ab. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung (ISC) in Würzburg haben jetzt etwas gegen dieses Risiko erfunden.

Mit dem Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar sowie mit zwei Partner-Unternehmen aus der Industrie entwickelten sie einen Sensor. Dieser erkennt schon winzige Risse in Glasscheiben ab einer Länge von fünf Millimetern.

Bei Reparaturbedarf wird Alarm ausgelöst

Das selbst nur daumennagelgroße Elektronikteil lässt sich in Verbundglasscheiben einbauen. „Die Sensoren weisen frühzeitig auf erforderliche Reparaturen hin, lange bevor das Glas bricht“, erklärt Bernhard Brunner, Leiter der ISC-Arbeitsgruppe für das vom Bund geförderte Projekt.

Die bisher eingesetzte Überwachungstechnik registriert dagegen nur das Geräusch von brechendem Glas. Dann kann es aber schon zu spät sein.

Die neuen Sensoren sind per Kabel mit der Gebäude-Leittechnik verbunden und lösen im Fall eines Risses Alarm aus. Damit lässt sich das Risiko von Unfällen zumindest verkleinern.

Doch warum geht das durchsichtige Material überhaupt kaputt? „Der häufigste Grund sind Fehler bereits beim Zuschneiden des Glases“, berichtet Fraunhofer-Forscher Brunner. „Oder es passiert etwas während des Transports.“

Zunächst unsichtbare Risse werden immer größer. Dafür sorgen auch Wind und Wetter, das mit seinen Temperatur-Schwankungen den Fassaden zusetzt.

15 bis 18 Euro pro Quadratmeter

Hersteller der Sensoren ist die KT-Systems GmbH in Euerbach bei Schweinfurt. Sie ist einer der beiden Industriepartner des Projekts. Der andere ist die Tilse Formglas GmbH in Nennhausen bei Berlin, die das neue System vermarktet.

„Wir denken darüber nach, wie wir die Sensoren preis­günstig produzieren können“, sagt der Geschäftsführer und Hauptgesellschafter Hans-Joachim Tilse. Sein Ziel: Die pro Quadratmeter Glas notwendigen vier „Fühler“ sollen zusammen 15 bis 18 Euro kosten. Auf Messen stellt Tilses Unternehmen die neue Technik jetzt vor.

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